Kunstturnen
Oliver Hegi steht an WM in China besonders im Fokus

Der 21-Jährige aus Schafisheim ist an der WM der Schweizer Teamleader.

Andreas Fretz und Christian Finkbeiner
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Oliver Hegi ist bei optimalem Wettkampfverlauf eine Final-Teilnahme zuzutrauen.

Oliver Hegi ist bei optimalem Wettkampfverlauf eine Final-Teilnahme zuzutrauen.

Oliver Hegi liess an grossen Wettkämpfen schon mehrfach sein Potenzial aufblitzen. An den Junioren-Europameisterschaften 2010 gewann der Aargauer 4 Silbermedaillen. Vor einem Jahr erreichte er bei seiner ersten WM-Teilnahme dank einer starken Qualifikation (Rang 9) den Mehrkampf-Final. Und im vergangenen Mai wurde der elegante Turner EM-Vierter am Reck.

Fernziel Olympia 2016

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Lucas Fischer, Claudio Capelli, Pablo Brägger und Nils Haller ist der 21-jährige Schüler des Sportgymnasiums Biel der Teamleader der Schweizer Männerdelegation. Der Schweizerische Turnverband (STV) hat sich im Teamwettkampf nach Platz 9 an den EM nun in Nanning einen Rang in den Top 12 zum Ziel gesetzt. Die Vorgabe ist ambitioniert, «aber das sind wir uns schuldig, investieren wir doch viel Geld und Zeit», so Felix Stingelin, der Chef Spitzensport im STV. Das grosse Fernziel der Männer ist die Teilnahme mit dem Team an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016.

Die Reckübung erschwert

Im Hinblick auf die diesjährigen Titelkämpfe legte Hegi den Fokus im Training auf seine stärksten Geräte. Am Barren, am Pauschenpferd und am Reck ist ihm bei optimalem Wettkampfverlauf sogar eine Final-Teilnahme zuzutrauen. Am Reck hat Hegi seine Übung im Vergleich zu den Europameisterschaften Ende Mai in Sofia noch einmal erschwert. «

Die Top 24 im Mehrkampf sind möglich», sagt Hegi, «das absolute Optimum wäre für mich das Erreichen eines Gerätefinals.»

Viele Neulinge

Während die Schweizer Frauen um Sprung-Europameisterin Giulia Steingruber erst am letzten Wochenende in Nanning angekommen sind, weilen die Männer bereits seit längerem in China, wo sie ein Trainingslager in Guangzhou absolvierten.

Neben Hegi sind in Nanning zwei weitere Aargauer am Start. Ihre WM-Premiere erlebt die 17-Jährige Laura Schulte aus Stein. Für Christian Baumann (19) aus Leutwil ist es nach 2013 die zweite WM. Nicht dabei ist hingegen Jessica Diacci. Einen Tag nach der offiziellen Teampräsentation wurde die 20-Jährige aus Villnachern aus dem WM-Kader gestrichen. Grund: Nach einem Sturz vom Balken und leichten Verletzungen sei sie «eine Unsicherheit und eine Belastung für das Team», so Felix Stingelin.