Die Ziele für die Meisterschaft 2014/15 wurden seitens beider Teams gesteckt. Volley Amriswil will in dieser Saison nach einem Podestplatz greifen. Dementsprechend wurde das Kader der Ostschweizer Mannschaft mit vier ausländischen Neuzugängen aufgerüstet. Der TV Schönenwerd hingegen setzt auf seinen Nachwuchs und strebt die vorderen vier Ränge an.

Der Vizeschweizermeister möchte diese Saison den jungen Spielern die Möglichkeit bieten, sich in der NLA zu beweisen. Um die Emotionen und das Spektakel im Spiel beizubehalten, verpflichtete der TVS den australischen Profispieler Jordan Richards. Ein Favorit für das erste NLA-Spiel stach somit nicht direkt heraus, wie sich auch im Verlaufe der zweieinhalbstündigen Partie bestätigte, aber an Emotionen und Spektakel fehlte es im Meisterschaftsdebut nicht.

Amriswil von Beginn weg in Führung

Das Spektakel blieb zu Beginn der Partie vorläufig aus. Die Amriswiler Neuzugänge zeigten sich von Anfang an in ihrer voller Stärke, worauf Schönenwerd nicht zu reagieren wusste. Die Ostschweizer gingen sogleich in Führung, hielten ihren Punktevorsprung konstant und erweiterten diesen in der Money-Time, so dass sie sich den ersten Satz mit 19:25 sicherten.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erkämpfte sich Schönenwerd zum ersten Mal durch einen Service von Gerber (5:4) die Führung. Zu einer weiteren kam es in diesem Satz jedoch nicht. Die Startschwierigkeiten des TVS zogen sich weiter und Amriswil dominierte mehrheitlich die Partie und entschied diese mit 22:25 für sich.

Das Spiel und die Emotionen heizten sich erst im dritten Umgang richtig auf. Der Schönenwerd Block von Hofstede, Richards und Gerber versperrte den Ostschweizern immer wieder den Weg zum direktem Sideout. Der australische Jordan Richards punktete mit einem spektakulärem Angriff zum 7:6 für die Niederämter.

Nach dem technischen Timeout baute der TVS den Druck auf die Ostschweizer weiter aus. Mit einem Rückraumangriff von Gerber und einem weiteren Block von Hofstede erweiterte die Solothurner die Führung auf 19:15, so dass sich Bettello zum Timeout gezwungen sah. In der Money-Time dominierte der Vizeschweizermeister die Partie unverkennbar. Nachdem Hänggi zum Satzball über die Mitte punktete, holte dieser mit einem Konter sogleich den Satzsieg (25:19).

Schönenwerd zeigt Nervenstärke

Nach dem ersten Satzgewinn dominierte der TV Schönenwerd auch den vierten Umgang bis zum zweiten technischen Timeout (16:11). Doch die Ostschweizer meldeten sich zurück mit Ljublicic über die Mitte und Tomasik, der sich auf der Aussenposition wieder ins Spiel einbrachte. Die Amriswiler verkürzten somit den Rückstand und erreichten via Ljublicic auf die Money-Time den Ausgleich. Der TVS bewies aber seine Nervenstärke und Richards schlug zum Satzball (24:22) und Gerber brachte mit einer clever platzierten Finte sein Team ins Tie-Break (25:22).

Das Spektakel folgte im allesentscheidenden Durchgang. Beide Team massen sich auf Augenhöhe und boten sich ein nervenaufreibendes Spiel par excellence. Fast bis zum Ende der Partie herrschte immer wieder Gleichstand (13:13). Durch eine Finte von Gerber punktete dieser zum ersten Matchball für Schönenwerd. Was nun folgte, war ein Abtausch an Matchbällen zwischen den beiden Teams, der bis zum siebten Matchball kein Ende vorhersah. Die knappe Partie entschieden schlussendlich die Ostschweizer nach einem umstrittenen Schiedsrichterentscheidung mit 19:21 Punkten für sich.

Volley Amriswil- TV Schönenwerd 3:2

Sporthalle Tellenfeld, Amriswil. – 350 Zuschauer. – SR: Wolf / Da Conceiçao – Satzresultate: 25:19 (30‘), 25:22 (30‘), 19:25 (27‘), 25:22 (28‘), 21:19 (26’).

Amriswil: Zdenek, Sinotti, Ljubicic (C), Renovica, Tomasik, Walzer, Rasing.(Libero) ; Banda, Brändli, Muntwyler, Trevisan. Coach: Bettello, Bär. -> Reihenfolge gemäss Starting six, danach Libero und dann nach; alphabetisch, dann Coaches

Schönenwerd: Giger, Richards, Hänggi, Schnider (C), Gerber, Hofstede; Heimgartner (Libero); Dervisaj, Eichenberger, Eichhorn, Frame, Lier.  Coach: Dervisaj, Buser.