NLB

Trainer zieht Bilanz: «Jeder in Möhlin ist zufrieden mit dieser Saison»

Der TV Möhlin – im Bild Captain Sebastian Kaiser – schliesst die NLB-Saison auf Rang drei ab.

Der TV Möhlin – im Bild Captain Sebastian Kaiser – schliesst die NLB-Saison auf Rang drei ab.

Mit dem Auswärtsspiel gegen Birsfelden endet heute Samstag die Saison der NLB-Handballer des TV Möhlin. Trainer Jürgen Brandstaeter zieht Bilanz.

Wenn man Ihnen vor der Saison offeriert hätte, dass Sie mit dem TV Möhlin in Ihrer ersten Spielzeit als Trainer den dritten Rang belegen, hätten Sie das Angebot angenommen?

Jürgen Brandstaeter: Definitiv. Rang drei ist ein sensationelles Ergebnis mit dieser neuen Mannschaft. Wir hatten nach der letzten Saison fünf Abgänge von richtig guten Spielern, die wir kompensieren mussten. Das ist uns ganz gut gelungen. Ich glaube, jeder in Möhlin ist zufrieden mit dieser Saison.

Wenn man die Resultate in dieser Saison anschaut, fällt auf, dass Ihre Mannschaft nach der Meisterschaftspause im Januar mit drei Niederlagen aus vier Spielen in die zweite Saisonhälfte gestartet ist. Was war da los?

Richtig, wir zogen dort unsere einzige Schwächephase in dieser Saison ein. Der Hauptgrund dafür war die Verletzung unseres Topskorers Patrik Vizes. Er schiesst für uns sieben bis acht Tore pro Spiel. Diesen Ausfall können wir mit unserem Kader von 13 Spielern nicht so einfach kompensieren. Ohne Patrik fehlen uns 10 bis 20 Prozent. Ich glaube, dass wir zwei Spiele mehr hätten gewinnen können, wenn er sich nicht verletzt hätte. Das hätte jedoch an unserer Schlussrangierung nichts geändert.

War denn der Kader der ersten Mannschaft zu wenig breit, um einen solchen Ausfall zu kompensieren?

Von den 13 Spielern, die fix zum NLBKader gehören, bringen sieben wirklich das Niveau mit, um konstant an der Spitze der Nationalliga B mitzuspielen. Diese sieben haben – mit Ausnahme von Patrik Vizes während seiner Verletzung – auch jedes Meisterschaftsspiel bestritten. Die anderen sind vorwiegend junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die wir Schritt für Schritt an dieses Niveau heranführen wollen. Das ist die Philosophie des Vereins. Von diesen jungen Spielern zu erwarten, dass sie einen Patrik Vizes ersetzen können, ist schlicht nicht realistisch.

Wie sind Sie denn zufrieden mit der Entwicklung Ihrer Spieler im Verlauf der Saison?

Ich bin sehr zufrieden, denn jeder Spieler hat sich gesteigert. Damit habe ich auch mein ganz persönliches Ziel als Trainer erreicht. Ich möchte jeden Spieler, der bei mir trainiert, noch besser machen. Das ist in dieser Saison gelungen. Yannik Lang hat beispielsweise letztes Jahr 5 Tore geschossen. In diesem Jahr waren es bis jetzt 64. Mischa und Florian Wirthlin haben ebenfalls mehr als doppelt so viele Treffer erzielt. Auch Captain Sebastian Kaiser und sogar Topskorer Patrik Vizes haben häufiger getroffen als letzte Saison.

Der TV Möhlin hat nun vier Jahre in Folge einen Top-4-Platz erreicht. Was braucht es, damit man den nächsten Schritt machen kann und die Barrage oder sogar der Aufstieg ein Thema werden?

Mit dem aktuellen Etat an Spielern und den finanziellen Möglichkeiten des Vereins holen wir derzeit das Maximum aus unseren Möglichkeiten heraus. Natürlich will ich als Trainer immer mehr und bin auch bereit, mehr zu investieren. Wenn wir die Barrage erreichen, dann wollen wir natürlich auch aufsteigen. Diesen Ehrgeiz haben wir. Die Frage, die sich dann aber stellt, ist: Was passiert nach dem Aufstieg? Können wir das stemmen?

Haben Sie eine Antwort darauf?

Nein, dafür haben wir bis jetzt noch keine Lösung. Das Problem ist, dass meine Spieler alle acht, neun Stunden pro Tag arbeiten. In der Nationalliga A müssten wir jedoch mehr trainieren und es finden regelmässig Spiele unter der Woche statt. Das würde bedeuten, dass die Spieler ihr Arbeitspensum reduzieren und der TV Möhlin im Gegenzug den Lohnausfall ausgleichen müsste. Doch dafür haben wir derzeit schlicht nicht genügend Geld.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft. Wie sieht der Kader für die kommende Saison aus? Klar ist, dass Topskorer Patrik Vizes den Verein verlässt.

Richtig, Patrik Vizes wird nicht mehr für uns spielen. Wir ersetzen ihn durch den jungen Alexander Velz. Ansonsten bleibt die Mannschaft erfreulicherweise zusammen und wird noch mit zwei, drei Nachwuchsspielern ergänzt. Mit diesem Kader wollen wir nächste Saison wieder ganz oben mitspielen und den Barrageplatz angreifen.

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