„Nein, man kann nicht sagen, dass in den letzten Tagen für mich alles nach Wunsch gelaufen ist“, sagte Silvan Dillier, im zerfetzten Rennkombi vor dem BMC-Teambus stehend. Das ist eine glatte Untertreibung. Er ist der Pechvogel der Woche.

Übler Sturz von Silvan Dillier bei Tour de Suisse-Prolog

Übler Sturz von Silvan Dillier

So gefasst der Aargauer nach dem Tour-de-Suisse-Prolog wirkte, so sehr kämpfte er in seinem Inneren mit dem Frust. Was war geschehen?

Kette vom Blatt gefallen
Nach etwas mehr als einem Kilometer des insgesamt 5 Kilometer langen Prolog-Parcours in Rotkreuz ging Dillier zu Boden. „Ich bin schnell in die Kurve gekommen, musste etwas abbremsen. Ich schaltete zurück und beim neuerlichen Beschleunigen erneut. In diesem Moment ist die Kette vom grossen Blatt gefallen und ich flog kopfvoran über den Lenker“, beschrieb der 24-Jährige seinen Crash, der auf den ersten Blick sehr übel aussah.

Prellungen und Schürfungen
„Zuerst hab ich gar nicht realisiert, was passiert ist. Mir tat alles weh“. Der in Ehrendingen wohnhafte Dillier hatte gar keine Zeit, gross zu überlegen. Er stieg so schnell wie möglich auf das Ersatzrad und fuhr weiter. Schliesslich kam er mit 1:22 Minuten Rückstand als Letzter ins Ziel. Immerhin: Die Fortsetzung der Tour de Suisse ist für Dillier nicht gefährdet. „Ich habe zum Glück ein stabiles Fahrwerk, so dass ich sicher weiterfahren kann“, sagte er schon wieder ein wenig lächelnd. Bis auf ein paar Prellungen und Schürfungen, die ihm eine unruhige Nacht bescheren dürften, kam der BMC-Fahrer glimpflich davon.

Pech bereits in Gippingen
Schon am vergangenen Donnerstag hatte er bei seinem Heimrennen in Gippingen einen Tiefschlag verarbeiten müssen, als er erst 400 Meter vor der Ziellinie vom jagenden Feld eingeholt worden war. Ob er in den kommenden Tagen nun mit der Wut im Bauch die Flucht nach vorne anstrebt? „Nein, wenn ich das tue, dann kommt es nicht gut“, so Dillier. Ein Trost bleibt ihm: Viel schlimmer kann es in den kommenden Tagen eigentlich nicht mehr kommen.