NLA-Handball

«Vielleicht wollten wir zu viel» : Der HSC Suhr Aarau sucht nach dem verpassten Sprung an die Tabellenspitze nach Erklärungen

Mit einem Sieg gegen St. Otmar St. Gallen in der Schachenhalle hätte der HSC Suhr Aarau auf Platz eins springen können. Doch die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann verliert das Spiel deutlich mit 24:31. Nach der Partie versuchten sich die Beteiligten in Erklärungen.

Dass Misha Kaufmann an Spieltagen einen hohen Puls hat, weiss man. Doch derart unzufrieden wie in den ersten Minuten dieser Partie gegen den TSV St. Otmar St. Gallen war der Trainer des HSC Suhr Aarau wohl lange nicht mehr. Er wetterte gegen den Spielverlauf, gegen seine eigenen und die gegnerischen Spieler, manchmal sah er auch die Schiedsrichter mit fragendem Blick an. Es war nachvollziehbar: Seine Mannschaft hatte den Start komplett verschlafen.

1:5 stand es nach zehn, 3:8 nach 15 Minuten. Kaufmann versuchte, entgegen zu steuern. Er tat das, was er in solchen Situationen meistens tut: Er wechselte durch. In der Mitte der ersten Halbzeit stand mit Dario Ferrante bereits der dritte HSC-Goalie im Tor und versuchte, eine Hand an die Bälle zu kriegen.

«Wir haben es heute richtig schlecht gemacht»

Manchmal braucht es gewisse Momente in einem Spiel, damit es besser wird. Szenen, die einen Ruck durch die Mannschaft gehen lassen. Wenn die beiden Flügel Timothy Reichmuth und David Poloz gleich nacheinander im Gegenstoss verwandeln. Wenn sich João Ferraz ein Herz nimmt, obwohl er die ersten Versuche versemmelt hat. Wenn Stammgoalie Dragan Marjanac richtig spekuliert und zwei Penaltys in Folge von St. Gallens Topskorer Pendic hält. Aber es wurde nicht besser, weil ­Momente wie diese schlichtweg zu selten ­blieben.

Es war merkwürdig anzuschauen, wie der sonst defensivstarke HSC in der ersten Halbzeit gleich 15 Gegentreffer hinnahm. Wie viele der Würfe frei stehend vor St. Gallens Goalie Bringolf vergeben wurden. Wie fahrig die eigentlich stilsichere Mannschaft im Zusammenspiel wirkte. Keinem im Team lief es gut, es sündigten alle. «Wir haben es heute richtig schlecht gemacht», sagte Patrick Strebel, einer der Erfahrensten im Kader des HSC. «Anstatt einfach zu spielen, haben wir es kompliziert versucht.»

Doch woran lag es? Geht es nach Trainer Kaufmann, lag es an ihm: «Es gibt Spiele, die du verlierst, dann bin ich schuld», sagte Kaufmann. «So einfach ist das.»

Mit der 24:31-Niederlage gegen St. Otmar reisst beim HSC Suhr Aarau eine Serie von drei Spielen ohne Punktverlust. Gleichzeitig war es die erste Niederlage im sechsten Heimspiel in dieser Saison. Mit zwei Punkten hätte sich der HSC an die Tabellenspitze schieben können.

Leader der Nationalliga A – das hört sich gut an. Hat das die Mannschaft nervös gemacht? Strebel sagt: «Ich weiss nicht, ob wir vielleicht zu viel wollten.» Kaufmann meint: «Bei mir hat das Ziel Platz eins bestimmt etwas ausgelöst. Ich gehe davon aus, dass es den Spielern gleich gegangen ist.»

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier noch einmal in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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