Im Januar konnte Volley Schönenwerd seine neue Spielstätte beziehen. Mehr als 1000 Zuschauer sorgten beim Eröffnungsspiel für eine imposante Kulisse. In Sachen Infrastruktur hat der Verein während der vergangenen Spielzeit mit der Fertigstellung der Betoncoupe Arena einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.

Das neue Domizil vermochte das NLA-Team indes nicht zu beflügeln. Bereits die Premiere in der neuen Halle ging verloren, die sportlichen Highlights waren auch in der Folge rar. «Schöni» schloss die Qualifikation auf dem 6. Platz ab, blieb in der Viertelfinal-Serie gegen Amriswil chancenlos und verlor schliesslich auch das Duell gegen Luzern um den 5. Schlussrang.

In die Top 3 zurückkehren

Ein Rückschritt, 2016/17 hatten sich die Schönenwerder als drittbester Klub der Schweiz die Bronzemedaille verdient. In die Top 3 zurückkehren lautet deshalb das Ziel der Niederämter in ihrer insgesamt neunten NLA-Saison.

Ein ambitioniertes Vorhaben. Die Favoriten auf die Meisterschaft sind Titelverteidiger Lausanne und der amtierende Cupsieger Amriswil. Und auch die Traditionsklubs Näfels und Chênois Genf hegen Ambitionen auf die Spitzenplätze.

Bujar Dervisaj kehrt zurück

Nüchtern betrachtet gehöre den Schönenwerdern die Aussenseiterrolle, sagt Daniel Bühlmann: «Eine Saison dauert aber lange und es kann viel passieren.» Der Sportchef hatte nach der ernüchternden Saison viel zu tun. Die Zusammenarbeit mit dem estnischen Trainerduo wurde nach einer Saison beendet.

Mit Bujar Dervisaj kehrt der Mann an die Seitenlinie zurück, der 2013/14 mit dem zweiten Platz und 2014/15 mit dem Einzug in den Cupfinal für die grössten Erfolge der Klubgeschichte gesorgt hatte. «Er bringt Erfahrung und viel Kompetenz mit. Und er kennt das Umfeld im Schweizer Volleyball, unseren Klub und unsere Mentalität», sagt Bühlmann. Unterstützt wird Dervisaj von Lukasz Motyka. Die beiden kenne sich von ihrer gemeinsamen Arbeit bei der Talentschool Aarau.

Viele neue Gesichter

Auch am Kader wurde fleissig gebastelt. Mit Christoph Hänggi und Simon Hofstede traten zwei Mittelblocker aus gesundheitlichen Gründen zurück. Diese Lücken sollen Samuel Ehrat, der die letzten Jahre bei Näfels spielte und aktuell der Captain der Nationalmannschaft ist, sowie der Luzern-Rückkehrer Christopher Frame schliessen.

Eine gewichtige Rochade gab es auch auf der Zuspieler-Position. Leon Dervisaj, Sohn von Trainer Bujar, versucht sein Glück in der deutschen Bundesliga. «Schöni» setzt neu auf einen ausländischen Passeur, den US-Amerikaner Scott Fifer. Der 25-Jährige spielte in Europa bereits in Zypern und zuletzt in Finnland.

Schönenwerds zweiter neuer Ausländer heisst Marcin Ernastowicz, ist 21-jährig, stammt aus Polen und ersetzt den Esten Kristo Kollo, der nach zwei Jahren im Niederamt nach Italien weiterzog.

Auch der fünfte Neuzugang, Annahme-Spieler Luca Ulrich, ist erst 21-jährig. Der gebürtige Willisauer wurde bereits mit 18 Jahren Stammspieler bei Luzern und in der Saison 2015/16 als bester Youngster der NLA ausgezeichnet.

Die acht bewährten Kräfte

Nebst vier neuen und einem Rückkehrer besteht das Schönenwerder Ensemble aus acht bewährten Kräften wie etwa Captain Leandro Gerber, Libero Julian Fischer und Diagonalangreifer Daniel Rocamora. Der Spanier nimmt seine dritte Saison bei den Niederämtern in Angriff. Diese werden zum Auftakt gleich auf eine harte Probe gestellt: mit dem Gastspiel beim Titelverteidiger Lausanne. «Dann weiss man gleich, wo man steht», zeigt sich Sportchef Bühlmann aber frohen Mutes.