Fussball

Alles spricht für die Wiederaufnahme der Fussball-Profiligen – und die Amateure dürfen am 6. Juni endlich wieder richtig trainieren

Auch mit 300 Zuschauern dürften die Ränge eher leer als voll sein.

Auch mit 300 Zuschauern dürften die Ränge eher leer als voll sein.

300 Zuschauer im Stadion und ein Weiterführen der Saison: Geht es nach den Plänen der Liga, soll am 19. Juni der Ball endlich wieder rollen in den Fussballstadien.

Die Anzeichen verdeutlichen sich: Bald wird der Profifussball in der Schweiz wieder starten. Denn die neuen Lockerungsmassnahmen des Bundesrats sind auch für den Profifussball ein gutes Zeichen. Dabei dürfte es sich trotz den vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen zunächst um Geisterspiele handeln.

Zwar sind Veranstaltungen mit 300 Personen wieder erlaubt. Dies ist aber weniger mit den üblichen Zuschauerzahlen vergleichbar, sondern viel mehr mit denen von Geisterspielen. In der deutschen Bundesliga etwa dürfen an den Geisterspielen ebenfalls maximal 300 Zuschauer ins Stadion.

Die Argumente dagegen werden weniger

Entscheidender für den Schweizer Profifussball dürfte demnach sein, was am Freitag entschieden wird. Dann entscheiden die Vereine der Super und Challenge League an einer ausserordentlichen Generalversammlung, ob die Saison wieder aufgenommen wird oder nicht.

Bei dieser Frage spalten sich die Vereine passend entsprechend dem Punktestand in der Tabelle. Teams an der Spitze und in der Mitte der Super League wollen Weitermachen, Vereine im Abstiegskampf wollen abbrechen und die Super League vorübergehend auf 12 Teams aufstocken. In der Challenge League will eine Mehrheit spielen. Eigeninteressen scheinen im Vordergrund zu stehen.

Klar ist: Die Argumente für einen Abbruch sind durch die Lockerungen des Bundesrats deutlich weniger geworden. Neu darf selbst der Breitensport wieder spielen, wie will man da rechtfertigen, wenn der Profibetrieb da nicht wieder anfängt? Im internationalen Vergleich hinkt die Schweiz inzwischen hinterher, in Ländern wie Deutschland, Tschechien oder ab diesem Wochenende in Österreich wird wieder gespielt. Weitere werden bald folgen.

Die schwierige Aufgabe für die Planung

Die Terminfindung für die letzten Spieldaten dürfte die Planer der Swiss Football League derweil noch vor Probleme stellen. Wahrscheinlichstes Szenario ist es, dass die Meisterschaften zwischen dem 19. Juni und dem 2. August zu Ende gespielt wird. Erst im Anschluss steht der Cupwettbewerb, in dem die Viertelfinals anstehen, wieder aufgenommen und zu Ende gespielt.

Dies ist aber noch nicht ganz klar, da dann auch die Uefa ihre Wettbewerbe zu Ende spielen will. Ein Sorgenkind wäre dabei der FC Basel. Er ist sowohl im Schweizer Cup als auch in der Europa League noch mit dabei. Im dümmsten Fall muss der FCB für die europäischen Wettbewerbe sogar noch Qualifikationsspiele bestreiten. Die neue Saison startet dann im September.

Ist ein planerisches Sorgenkind: Der FC Basel, der in allen Wettbewerben noch mit dabei ist.

Ist ein planerisches Sorgenkind: Der FC Basel, der in allen Wettbewerben noch mit dabei ist.

Wie lange dabei die Zuschauer fehlen werden, ist noch offen. Die im Vorfeld von Medien vermutete Öffnung von Veranstaltungen für bis zu 1000 Zuschauer stellt der Bund für den 24. Juni in Aussicht. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauer bleiben bis Ende August weiterhin untersagt.

Eine Ausnahme dafür will der Bundesrat Stand jetzt auch für grosse Fussballstadien nicht machen, wo die Abstandsregeln auch bei 2000 Personen einhaltbar wären. Bundesrat Berset sagte dazu an der Medienkonferenz: «Im Grundsatz gilt die Abstandsregel. Wo diese nicht einzuhalten sind, braucht es Kontaktlisten. Wenn es dann um 800 oder 900 Personen geht, wird dies mit den Listen natürlich schwieriger und komplizierter.» Zu Vorgaben bei Grossveranstaltungen werde der Bundesrat sich noch Gedanken machen.

Amateurfussball freut sich schon auf die neue Saison

Fertig ist es dafür mit den Distanzregeln auf dem Grün für die Amateur- und Juniorenfussballer. Einige Vereine kicken zwar wieder, mit richtigem Fussball haben die Trainings nach dem Schutzkonzept, wonach die Spieler stets zwei Meter Distanz wahren müssen, aber wenig zu tun.

Das ändert sich nun rasch. Ab dem 6. Juni sind Trainings wieder erlaubt. Dementsprechend positiv äussert sich der Schweizerische Fussballverband dazu. Er schreibt:

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