Als Nino Niederreiter in der 28. Minute mit dem dritten Powerplay-Treffer des Abends zum 4:2 traf, da schien die Schweiz gegen Tschechien dem dritten Sieg im dritten WM-Spiel und somit den Punkten 6, 7 und 8 entgegenzusteuern. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft von Nationaltrainer Patrick Fischer erneut überzeugt. Offensiv wirblig, kreativ und eben endlich auch im Überzahlspiel effizient. Hinten souverän und konzentriert. Was sollte da noch passieren?

Nun: Es passierte einiges. Nach dem 4:2 spielten die Schweizer, wie es Nino Niederreiter nach dem Ende des zweiten Drittels treffend bezeichnete «Habakuk» zusammen. Auf Deutsch: Die Ordnung ging völlig verloren. Jeder machte auf dem Eis irgendetwas, vor allem in der Defensive, die sich irgendwann in ihre Einzelteile auflöste. Die logische Konsequenz war, dass die Tschechen, die schon geschlagen schienen, wieder ins Spiel zurückfanden und recht einfach zum Ausgleich kamen.

Vermins goldene Chance

Doch damit nicht genug des Dramas: Als sich die Lage der Dinge im dritten Drittel wieder einigermassen beruhigt hatte, auch wenn die Fehlerquote immer noch ziemlich hoch war, da bot sich den Schweizern in der Schlussphase erneut die goldene Chance, die Entscheidung noch in der regulären Spielzeit zu erzwingen.

Erst hatte man die Gelegenheit, vier Minuten in Überzahl zu agieren, was in einer Grosschance von Nino Niederreiter mündete, welche der Doppeltorschütze aber vergab. Wie auch wenig später Joel Vermin, der gar die goldene Gelegenheit hatte, einen Penalty zu verwandeln (56.), nachdem er in Unterzahl enteilt war. Doch auch der Lausanne-Stürmer scheiterte am immer stärker agierenden, tschechischen Goalie Francouz.

Das Glück verabschiedete sich endgültig

So musste am Ende das Penaltyschiessen über die definitive Punktvergabe entscheiden. Dort verliess die Schweizer das Abschlussglück aber endgültig. Als einziger der zehn Schützen traf der Tscheche Michal Repik (Ex-Zug) und sorgte damit für eine aus Sicht der «Eisgenossen» ärgerliche, weil unnötige 4:5-Niederlage.

Ein Punkt war aufgrund des lange Zeit günstigen Spielverlaufs ein zu karger Lohn für die Schweizer, die auch ein Opfer ihrer Unerfahrenheit wurden. Trotzdem: Mit einem Sieg am Mittwochnachmittag gegen die bisher desolaten Weissrussen können sich die Fischer-Boys den Viertelfinals einen weiteren Schritt nähern. Das ist die gute Nachricht.