Baseball
Die Therwil Flyers sind erneut Meister: «Diese Saison war fast zu einfach»

Die Therwil Flyers gewannen am Sonntag gegen die Zürich Barracudas mit 11:6 auch das dritte Playoff-Spiel und waren damit in der Schweizer Baseball-Liga erneut nicht zu besiegen. Für Sven Leemann, den Captain der Flyers, war der Triumph zu erwarten.

Simon Leser
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Sven Leemann hatte mit seinen Flyers in dieser Saison zumeist leichtes Spiel.

Sven Leemann hatte mit seinen Flyers in dieser Saison zumeist leichtes Spiel.

Björn Jensen

Zum dritten Mal hintereinander sind die Therwil Flyers Schweizer Meister im Baseball. Mit einem 3:0-Sieg in der Finalserie gegen die Zürich Barracudas ­feierten die Baselbieter am ­Wochenende den 14. NLA-Titel ihrer Vereinsgeschichte. In den gesamten Playoffs verloren sie kein einziges Spiel.

Sven Leemann, wie emo­tional ist der Titel in dieser Saison für Sie als Captain?

Sven Leemann: Es ist immer ­etwas Spezielles, Meister zu werden. Aber wir haben mittler­weile einen routinierten Kern in der Mannschaft, der schon viele Titel zusammengeholt hat. Diese Saison war fast zu einfach, wenn man Playoff-Spiele mit 29:0 gewinnt. Das ist nicht das Niveau, das wir aus der Vergangenheit kennen. Zum Glück hatten wir am Sonntag im dritten Spiel gegen die Barracudas noch Spannung und Emotionen. Aber es gab schon emotionalere Titel.

Das klingt so, als hätten Sie mit dem Titel gerechnet.

Ja. Alles andere als ein «Sweep», also drei Siege in einer Serie hintereinander, wäre eine grosse Enttäuschung gewesen. Wenn wir ein Spiel in den Playoffs verloren hätten, wären wir enttäuscht und wütend gewesen.

War Ihr Team so gut oder waren die Gegner so schlecht?

Es lag an beidem. Wir sind eine sehr gute Mannschaft mit einer unglaublichen Breite. In der Hälfte des Spiels konnten wir jeweils die Hälfte der Mannschaft auswechseln, ohne dass sich die Qualität änderte. Zudem hatten die Barracudas vier Stammspieler verloren. Das ist ein Schlag, der tief sitzt.

Macht es Spass, den Gegner so zu dominieren oder langweilten Sie sich ab und an?

Es gab während der Saison beides. Wir konnten nicht einfach irgendwie spielen und trotzdem gewinnen. Der Fokus lag jeweils darauf, unser Spiel zu spielen. Aber wenn man zur Hälfte des Spiels rauskam und es sich hinzog, wurde es für mich persönlich teilweise schon langweilig. Da wünschte ich mir, dass das Spiel nicht erst in einer halben Stunde fertig ist. (lacht)

Fiel die Feier in dieser Saison kleiner aus, da die grossen Emotionen fehlten?

Auf dem Feld haben wir nach dem Finalspiel durchaus ein bisschen gefeiert, wie auch schon in vergangenen Jahren. Danach sind wir noch nach Basel und haben etwas getrunken. Es war gemütlich.

Mit Stefan Koller verabschiedete sich im letzten Spiel einer, der für den Verein stand und jetzt zurücktritt. War das der emotionalste Moment der Playoffs?

Definitiv. Kolli ist eine absolute Flyers-Legende und war 25 Jahre im Verein, seit 20 Jahren als Teamstütze in der NLA. Ihn werden wir vermissen. Als er ausgewechselt wurde, war das ein schöner und emotionaler Moment.

Auch der Trainer, John Baum, wurde verabschiedet. Welche Bedeutung kommt ihm denn bei diesem Meistertitel zu?

Wir haben ihn vor drei Jahren geholt, weil wir damals wussten, dass wir in eine dominante ­Phase kommen. Es war damals Zeit, Meistertitel zu gewinnen. Wir holten John, um uns das Feuer, die Disziplin und den Ansporn zu geben, Sachen, die uns zuvor etwas fehlten. Seither haben wir mit ihm alle drei Meistertitel geholt und nur eine Playoff-Partie verloren. Das sagt ­alles zu seiner Wichtigkeit.

Jetzt ist er weg. Haben Sie Bedenken für die kommende Saison?

Nein. Seit zehn Jahren spielen die gleichen acht Nasen zusammen. Wir alle kennen uns auf dem Feld gut genug und wissen, was der jeweils andere während des Spiels braucht oder eben nicht braucht, damit die Leistung stimmt. Wir benötigen aber zudem jemanden, der das Gerüst drumherum gibt: mit Trainings, Kontinuierlichkeit und Stabilität. Da sind wir auf der Suche.

Wird die nächste Spielzeit wieder so einfach?

Das kann ich noch nicht abschätzen. Wir haben Abgänge wie Kolli, der für uns extrem wichtig war und der uns fehlen wird. Und die Barracudas sind jung und heiss. Sie werden im Winter hart trainieren.

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