Fussball Cupfinal

Endlich wieder ein Pokal: Der FCB schlägt Thun im Final mit 2:1 und feiert seinen dreizehnten Cup-Titel

Der versöhnliche Saisonabschluss gelingt also doch noch: Der FC Basel krönt sich dank eines 2:1-Erfolgs über den FC Thun zum Cupsieger. In einem über lange Strecken eher faden Endspiel setzt sich der FCB dank seiner Routine und Effizienz durch. Wirklich packend wird es erst in der Schlussphase nach Sorgics Anschlusstreffer.

Und dann rennt Valentin Stocker, er sprintet, ohne Umwege direkt in die Arme von FCB-Goalie Jonas Omlin. Der auf diese Saison zu den Baslern gestossene Innerschweizer hebt ihn hoch, sie packen sich beim Kopf, schreien sich an, lachen. In diesem Augenblick kurz nach dem Schlusspfiff wird klar, wie gross die Erleichterung ist bei den Baslern.

2:1 haben sie ein ersatzgeschwächtes Thun geschlagen. Nach 2:0-Führung mussten sie in den letzten zehn Minuten doch noch zittern, weil Thuns Topskorer Dejan Sorgic in der 81. Minute der Anschlusstreffer gelang. Aber jetzt ist es geschafft, der erste Titel der Post-Heusler-Ära ist Tatsache. Man ist zwar nicht Meister, aber wenigstens Cupsieger.

«Thun wäre kein unverdienter Sieger gewesen. Aber wir haben uns diesen Titel mit den Auftritten in Sitten und in Zürich, im Viertel- und Halbfinal verdient», sagte Valentin Stocker nach der Partie. Eine treffende Analyse eines hart umkämpften Spiels.

Basel verwundbar, Thun wie gelähmt

Der Beginn ist irritierend: Kaum hat Schiedsrichter Fedayi San angepfiffen, muss er schon ein erstes Mal unterbrechen: Ein paar jugendliche Klimaprotestierende haben sich unter die Fans geschlichen und sind auf den Platz gerannt. Thun findet danach besser ins Spiel, aber es ist der FCB, der durch ein Kopftor von Albian Ajeti in Führung geht. Thun verpasst den Ausgleich danach zweimal knapp – zuerst bei einem Distanzschuss von Fatkic (36.), dann nach einem Kopfball von Gelmi (41.).

Man spürt, hier liegt etwas in der Luft, Basel ist verwundbar. Aber so wirklich in die Gänge finden die Thuner erst nach dem 2:0 durch Fabian Frei (77.). Dejan Sorgic schiesst nur vier Minuten später den Anschlusstreffer. Das grosse Zittern beginnt. Der stellt sich hinten rein, setzt jetzt auf Konter, Thun gibt den Takt vor. Es ist ein zu spätes Aufbäumen, Basel schaukelt das Ding heim, holt sich den 13. Cupsieg der Vereinsgeschichte, den ersten Titel unter Präsident Bernhard Burgener.

Albian Ajeti zum Cupsieg: "Das ist ein Cupfinal, da gibt es keinen Favoriten"

Albian Ajeti zum Cupsieg: "Das ist ein Cupfinal, da gibt es keinen Favoriten"

Als die Basler den unterlegenen Berner Oberländern danach Spalier stehen, hält sich FCB-Präsident Burgener im Hintergrund. Er wirkt fast ein bisschen verloren in dieser freudentrunkenen Szenerie. Ricky van Wolfswinkel und Fabian Frei drehen sich nach ihm um, umarmen den Präsidenten. Wenig später stemmt Captain Marek Suchy den Pokal in den Berner Himmel. Rotblauer Konfetti-Regen, Champagner, «We are the champions» aus den Boxen. Darunter trotten die letzten Thuner hängenden Kopfes Richtung Katakomben.

«Hätten wir heute gewonnen, es wäre wie ein doppelter Sechser im Lotto gewesen», sagte Thuns Sportchef Andres Gerber. Zum einen, weil es für Thun es der erste Titel der Vereinsgeschichte gewesen wäre. Zum anderen, weil man sich so die direkte Qualifikation für die Eurpa League gesichert hätte.

Um das noch zu schaffen, müssten die Berner Oberländer nun in den verbleibenden zwei Spielen gegen Basel und Sion den Sprung auf Platz 3 schaffen. Eine schwierige Mission und eine historische Gelegenheit, die der FC Thun verpasst hat. «Es hat nicht viel gefehlt. Genau das macht diese Niederlage so schmerzhaft», bilanzierte Thuns Flügelstürmer Marvin Spielmann.

Thun fehlte es an Substanz

Letztlich hat den Berner Oberländern die Substanz gefehlt. Zum einen fehlten Stammspieler: Captain Dennis Hediger musste verletzt (Kreuzbandriss) passen, Verteidiger Stefan Glarner war gesperrt. Flügelstürmer Matteo Tosetti ist nach einer Verletzung noch nicht wirklich in Form, Gregory Karlen war angeschlagen und kaum hatte das Spiel begonnen verletzte sich auch noch Innenverteidiger Nicola Sutter.

Derweil sassen beim FCB Spieler wie Zdravko Kuzmanovic, Kevin Bua oder Ricky van Wolfswinkel anfänglich nur auf der Bank. Das zeigt, wie gross die Unterschiede zwischen den beiden Klubs sind. Davon merkt man auf dem Platz reichlich wenig – und es macht die Thuner, die nach 1955 erst zum zweiten Mal in einem Cupfinal standen, zu den Siegern der Herzen. «Wir haben Moral gezeigt, aber Basel war letztlich einfach effizienter», bilanzierte Thun-Trainer Marc Schneider.

Am Ende, da zählt nur der Sieg, dieses 2:1 für den FC Basel, dieser erste Titel nach einjähriger Durststrecke. «Es ist nicht ein versöhnliches Ende, es ist ein schönes. Ich lasse mir diesen Titel nicht kleinreden. Das war ein Wettbewerb, bei dem alle Schweizer Mannschaften mitspielten – auch YB – und wir waren die Besten», sagte Siegtorschütze Fabian Frei.

Natürlich weiss er, dass der Titel über vieles hinwegtäuschen kann, was während der letzten Monate schieflief. Aber an diesem Sonntagabend will er nicht darauf fokussieren, sondern einfach nur geniessen. Oder in den Worten des anderen Basler Torschützen, Albian Ajeti: «Jetzt gehen wir mit den Fans feiern und saufen.»

Im Hintergrund hört man die Spieler des FC Basel unter der Dusche johlen. Für einige unter ihnen war es ihr erster Titel. Für alle war es ein guter Grund zur Freude, eine grosse Erleichterung nach sehr, sehr schwierigen Monaten. Was er wirklich wert ist, wird sich in den nächsten Saison zeigen. «Ich hoffe, dass es ein Wendepunkt ist», sagt Fabian Frei.

 

Haben Sie das Spiel verpasst? Lesen Sie den Weg zum Cupsieg des FC Basel im Ticker nach:

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