Vom Pariser Parc des Princes über den Afrika-Cup in Gabun ins beschauliche Vaduzer Rheinpark-Stadion. Die Spielstätten, in denen Omar Gaber zuletzt auflief, könnten kaum unterschiedlicher sein. Gefahr, einen Kulturschock zu erleiden, läuft Gaber indes nicht. Zuletzt hatte er genügend Zeit, sich von Bank oder Tribüne aus zu akklimatisieren.

Schwere Zeiten neben Lang

Denn seit seinem letzten Einsatz im Dress des FC Basel sind gut vier Monate vergangen. Das Abenteuer am Afrika-Cup, das für ihn und die ägyptische Nationalmannschaft erst im Final gegen Kamerun endete, liess ihn die Vorbereitung verpassen. Zudem begeisterte sein Konkurrent Michael Lang mit formidablen Leistungen auf der rechten Abwehrseite.

Schwere Zeiten also für den 25-Jährigen, dessen Karriere beim FCB ins Stocken zu geraten drohte. Doch der lockige Rechtsverteidiger steckte nie auf, glaubte stets an sich und seine Chance. «Als ich vom Afrika-Cup zurückkam, nahm ich keinen Tag Ferien. Ich wollte sofort beim Team sein und um einen Stammplatz kämpfen», sagte er nach der Partie im Fürstentum.

Seit einigen Monaten das einzige Trikot des FCB, das Omar Gaber regelmässig tragen konnte: Das Aufwärmtrikot.

Seit einigen Monaten das einzige Trikot des FCB, das Omar Gaber regelmässig tragen konnte: Das Aufwärmtrikot.

Im Gespräch verwendet Gaber oft das Wort kämpfen. Vielleicht liegt es an seinem Englisch, eher aber deutet es darauf hin, dass er mit seiner Rolle unzufrieden ist. Doch besonnen, wie er ist, revidiert er sogleich: «Ich gebe im Training alles, doch letztlich entscheidet der Trainer, wer spielt. Wir Spieler müssen das akzeptieren. Aber ich hoffe sehr, in Zukunft öfter spielen zu können.»
Gestern gegen Vaduz erhielt Gaber die Chance, sich für einen Stammplatz zu empfehlen. Mit der Vorlage für Zuffis 1:0 und einer relativ soliden Performance hat er dies auch geschafft. Auch von Urs Fischer gab es Lob für die Leistung seines Schützlings: «Er hat sich oft vorne mit eingeschaltet und das erste Tor sehr gut vorbereitet. Ich bin zufrieden.»

Video-Portrait von Omar Gaber

Das Video Portrait von Omar Gaber

Im Kampf um einen Stammplatz

Die Ansätze, die Gaber zeigte, machen Lust auf mehr. An seinem langhaarigen Mannschaftskollegen wird Gaber in Zukunft trotzdem kaum vorbei kommen. Doch auf der linken Seite ist der Kampf um den Stammplatz in vollem Gange. Traoré, Petretta und Riveros hiessen bisher die Kandidaten. Seit gestern wissen wir, dass auch das Aussenverteidiger-Duo Lang/Gaber eine valable Alternative ist. Und zwar nicht nur frisurentechnisch.