2. Liga
0:5-Klatsche für Sissach gegen den SC Münchenstein

Vier Minuten sind gespielt auf dem Sportplatz Au in Münchenstein. Sissachs Zimmermann umläuft SCM-Goalie Ceylan und müsste den Ball nur noch ins Tor schieben. Allerdings legte er ihn noch einmal zu Recht und somit war die Chance vertan. Danach kam wenig bis gar nichts mehr von den Oberbaselbietern.

Jeremy Weill
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Ohne jegliche Durchschlagskraft: Sissachs Adrian Jeker (l.) gegen Münchensteins Eser Senpinar.

Ohne jegliche Durchschlagskraft: Sissachs Adrian Jeker (l.) gegen Münchensteins Eser Senpinar.

Juri Junkov

«Es gab bei uns in dieser Saison einige Male solche Knackpunkte in einer Partie, nach denen gar nichts mehr lief», stellte Sissach-Trainer Simon Cartier fest, «oftmals auch wegen Fehlentscheiden der Schiedsrichter.» Cemspor hingegen kam nach einer Viertelstunde besser ins Spiel und Meric erzielte die verdiente Führung.

Vier Minuten danach verwertete Satilmis nach einem Eckball völlig alleinstehend per Volley. Noch vor der Halbzeit erhöhte Senpinar, der eine gute Leistung zeigte, zum 3:0, was bereits die Vorentscheidung bedeutete. Nach der Pause trafen nochmals Meric per Freistoss und Can nach einer Flanke von Senpinar zum Schlussstand von 5:0 in einer Partie, welche aufgrund der Ausgangssituation doch eher Testspielcharakter aufwies.

Seit dem Abstieg besser

Die Münchensteiner spielen seit dem Bekanntwerden der Zwangsrelegation, aufgrund der fehlenden Juniorenmannschaft vor knapp einem Monat viel lockerer auf und holten in den vergangen vier Spielen immerhin sieben Punkte. «Wäre von Anfang an klar gewesen, dass wir nicht in der 2. Liga Regional weitermachen, hätten wir alle Spiele gewonnen», scherzt Trainer Murat Toklu, der den Verein nach dieser Saison verlassen wird und gerne in der 2. Liga oder höher arbeiten möchte.

Neben Toklu werden noch drei bis vier Spieler gehen, aber im Grossen und Ganzen bleibt die Mannschaft zusammen. Auch diese Saison ist noch nicht abgeschrieben. «Unser Ziel bleibt es, am Ende über dem Strich zu sein.» Man wolle auch den Abstiegskampf der restlichen Teams nicht verzerren, meint Toklu.

Dem Trainer im vornherein klar, dass es nicht reichen wird

Anders ist die Situation beim Sissacher Team, das den sportlichen Abstieg nur noch ganz theoretisch vermeiden kann. Simon Cartier weist jedoch darauf hin, dass der Mannschaft schon nach der 0:6-Klatsche bei Birsfelden vor zwei Wochen klar war, dass es für den Ligaerhalt kaum mehr reichen würde. Und auch schon vor der Saison war ihm und den Verantwortlichen bewusst, dass man nicht mit «Singen und Pfeifen» oben bleiben könne.

Cartier, der die erste Mannschaft des SVS nach zehn Jahren bei den Junioren im letzten Sommer übernommen hat, hoffte lange mit dem eigenen Nachwuchs das Gerüst für die erste Mannschaft zu bauen, doch rund 15 Spieler verliessen den Klub auf diese Saison, «leider auch, weil wir finanziell mit anderen Vereinen nicht mithalten können.»

Nun müsse im Sommer der Vorstand und der Trainerstab zusammensitzen, um zu schauen, wie es weitergeht. Cartier hofft das junge Team mit einigen Routiniers zu verstärken, um bei einem allfälligen Abstieg «in der 3. Liga wieder angreifen zu können». Fraglich ist, ob das schon nächste Saison möglich ist.