Eishockey
3:4 gegen Ajoie: Die Sharks leisten sich den nächsten peinlichen Aussetzer

Die Sharks verlieren zum vierten Mal in dieser Saison gegen Ajoie – die Leistungskurve nach der 3:4-Niederlage gibt Rätsel auf.

Daniel Monnin
Merken
Drucken
Teilen
Abgedrängt: Für Remo Hunziker und Basler gab es gegen Ajoje kein Durchkommen. Zinke/sportives.ch

Abgedrängt: Für Remo Hunziker und Basler gab es gegen Ajoje kein Durchkommen. Zinke/sportives.ch

Uwe Zinke

Basels Leistungskurve nimmt beängstigende Formen an. Nur zwei Tage nach dem überragenden Sieg in Langenthal leisteten sich die Sharks einen erneuten peinlichen Aussetzer und zeigten vor der Saison-Rekordkulisse von 1663 Zuschauern über weite Strecken ein Trauerspiel mit fatalen Folgen. Die Sharks sind die Meister der Inkostanz und einmal mehr finden sie sich mitten im Strichkampf anstatt mit beruhigendem Punktepolster im Mittelfeld wieder.

Keine rationalen Gründe

Die Frage, welche Leistung aus dem Spektrum Glanzlicht, Kampf und Krampf oder Nonchalance und Überheblichkeit die Basler gegen Ajoie auspacken würden, beantwortete sich bereits nach wenigen Minuten: Die Sharks schienen über Nacht ihre Zähne verloren zu haben, dümpelten in ungefährlichen und lauen Gewässern hin und her und versuchten sich als brotlose Artisten. Der Versuch einer Erklärung für diese äusserst schwache Leistung scheitert an der Auswahl rationaler Gründe. Torschütze Matthias Rossi sagte es rustikal: «In Langenthal hat jeder seinen Job gemacht, heute nicht.» Punkt. Schluss.

Das Pflegen der Inskonstanz

Das Gesetz der Konstanz leben die Sharks in dieser Saison auf ihre eigene Weise: Sie pflegen die Inkonstanz als einzige Konstante der bisherigen 31 Spiele. Dabei hätte gegen den beschränkten, aber spiel- und einsatzfreudigen Gegner aus dem Jura eigentlich bereits eine mittelmässige Leistung – wie sie Basel ansatzweise im letzten Drittel zeigte – zum Vollerfolg reichen können. So aber hält Basel den Kampf am Strich spannend und liegt nur noch drei anstatt der möglichen neun Punkte vor Ajoie.

Stecher: «Nicht gescheit angestellt»

Trainer Dino Stecher meinte zwar, sein Team hätte eventuell «ein Pünktli fürs letzte Drittel verdient», relativierte aber sofort, «auch da haben wir uns nicht eben gescheit angestellt und nahmen uns die letzte Chance, in Überzahl und mit den richtigen Leuten den Ausgleich anzustreben.» Damit sprach er zwei Strafen gegen Scherwey und Frunz und eine Disziplinarstarfe gegen Greentree kurz vor Schluss an.

Stechers Erklärung für das stetige Auf und Ab ist einfach: «Diese Mannschaft ist noch nicht gefestigt, wir sind noch weit davon entfernt, ein Spitzenteam zu sein. Wir lassen uns zu schnell von Kleinigkeiten aus der Fassung bringen und halten uns nicht an den Gameplan. Deshalb wird uns immer wieder die gleiche Aufgabe gestellt: Der Kampf um den Strich.»

Ajoie spielt schlauer

Was in Langenthal das Mittel zum Sieg war – krachende Checks, bedingungsloser Einsatz, schnörkelloses Spiel auf den vordersten Mann –, das hatten die Basler effektvoll aus dem Kurzzeit-Gedächtnis gestrichen. Einen Gegner wie Ajoie, gegen den man bereits dreimal verloren hatte, muss man in erster Linie wegarbeiten, hart, fair und konzentriert. Doch das versuchte einzig und allein Ajoie, mit mässigem Erfolg zwar, aber das konnte den Jurassiern egal sein, denn der dosierte Einsatz und die weitaus schlauere Spielweise reichte aus, um Basel in Schach zu halten und die nötigen Tore zum Sieg zum schiessen. Dabei reichte auch eine durchzogene Leistung von Ajoie-Hüter Sandro Zaugg in seinem ersten Volleinsatz in der NLB.