Es läuft die 52. Minute im Spiel zwischen dem FC Basel und Paok Thessaloniki. Gäste-Keeper Alexandros Paschalakis findet mit seinem Abstoss Stürmer Aleksandar Prijovic. Dieser hebt den Ball über Jonas Omlin im Tor des FCB. Es steht 0:2 aus Basler Sicht. Und der Traum von der Champions League ist ausgeträumt.

Zu diesem Zeitpunkt bräuchte der FCB vier Tore, um diese Qualifikations-Runde für die Champions League doch noch zu überstehen. Aber niemand glaubt daran, dass der FCB dieses Wunder noch vollbringen kann. Zu schwach, phasenweise gar desolat, präsentieren sich die Basler in dieser Partie, die in einem 0:3 endet. Ein Resultat, das fast noch schmeichelhaft ist. Die Griechen waren einem weiteren Treffer immer näher als der FCB einem Anschlusstor.

Die Griechen jubeln – es wird nicht das letzte Mal sein.

Die Griechen jubeln – es wird nicht das letzte Mal sein.

Das Unheil in diesem Spiel nimmt schon sehr früh seinen Lauf. Bereits in der 7. Minute gerät der FCB in Rückstand. Nach einem Eckball kommt Fernando Varela ungehindert zum Abschluss. Während Omlin im Tor keine Chance hat, sieht Luca Zuffi alles andere als gut aus.

Er ist zu weit weg, lässt sich mit einem einfachen Leibchen-Zupfer wegschubsen und kann nicht mehr intervenieren. Dass ausgerechnet Zuffi, dieser sonst so zuverlässige und konstante Spieler, den ersten Gegentreffer verschuldet, zeigt, wie tief der FCB-Karren im Dreck steckt.

Dem FCB fehlt die Durchschlagskraft

Nach dem 0:1 fangen sich die Basler zwar etwas, kommen in der 14. Minute durch Albian Ajeti auch zu einer einigermassen passablen Torchance. Aber wirkliche Gefahr sieht anders aus. Diesem FCB fehlt in der Offensive die Durchschlagskraft, der Glaube, etwas reissen zu können, und schlussendlich auch die Abgeklärtheit.

Statt vor der Pause noch den Ausgleich zu realisieren, schrammt der FCB knapp am 0:2 vorbei. Erneut steht mit Jose Mauricio ein Paok-Spieler komplett frei – setzt den Ball aber neben das Tor. Was Mauricio nicht gelingt, macht Prijovic nach der Pause besser. Eiskalt verwandelt er.

Auch, weil FCB-Captain Marek Suchy sich komplett verschätzt beim hohen Ball und Prijovic alleine auf Omlin zulaufen kann. Nach dem Spiel ist Suchy am Boden: «Es ist einfach unglaublich, wie wir spielen. Ich habe keine Worte. Es geht einfach nicht. Wir waren schlecht. Wir spielen immer mit zu vielen Fehlern und haben vorne keine Kreativität», so sein deutliches Urteil.

Hartes Urteil von Alex Frei

Sein Interims-Trainer Alex Frei wählt noch härtere Worte: «Wir stellen uns bei allen Gegentoren zu naiv an. Wir müssen böser zu uns und zum Gegner werden. Wenn man beide Spiele anschaut, dann hat der FCB nichts zu suchen in der Champions League.» Frei von Schuld ist der Trainer aber nicht. Mit der Nomination Eder Balantas als linker Aussenverteidiger vercoacht er sich.

Balanta sieht bei der Entstehung des 0:1 ganz schlecht aus und stellt sich auch in den folgenden 83 Minuten nie besser an. Immer wieder wird er überlaufen und begeht Stellungsfehler. Beim 0:3 ist er unschuldig. Dieses fällt über die rechte Seite, wo Silvan Widmer Dimitris Pelkas nur zusieht und erneut Zuffi beim Abschluss von Omar El Kaddouri nicht eingreift.

Die Basler sind sichtlich niedergeschlagen.

Die Basler sind sichtlich niedergeschlagen.

Somit scheidet der FC Basel mit einem Gesamtskore von 1:5 aus. Es ist die Entzauberung des letztjährigen Champions-League-Achtelfinalisten, der keinen Fuss mehr vor den anderen bringt. Und das gegen ein Team, das ohne Vieirinha, seinen Captain und besten Mann, angetreten ist.

Der FCB stolpert also bereits bei der ersten Hürde, die er hätte nehmen müssen. Jetzt muss er nächste Woche in der dritten Quali-Runde für die Europa League antreten. Zuerst auswärts gegen Vitesse Arnheim oder Viitorul. Wenn kein Wunder passiert in Basel, dann droht dort der nächste Nackenschlag.

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