Der 20-jährige Badminton-Spieler versucht, genug Geld zu sammeln, um in dieser Saison auf der ganzen Welt an Wettkämpfen teilnehmen zu können. I Believe in you ist eine Online-Plattform, die es Sportlern ermöglicht, finanzielle Spenden für ihre Ziele zu sammeln. Entwickelt wurde diese unter anderem von den beiden Olympia-Teilnehmern Fabian Kauter (Fechten) und Mike Kurt (Kanu). Vor allem für Randsportler stellt sich oft die Frage: Wie finanziere ich meine Karriere? Durch das Fundraising erhält man die Möglichkeit, mehr Leute anzusprechen. Zudem hat man so die Chance, neben den Firmensponsoren, die für Sportler aus Randsportarten schwierig zu erreichen sind, von persönlichen Geldgebern unterstützt zu werden.

Umso erfreulicher ist für Kichrmayr, dass er sein Ziel von 3500 Franken bereits vor Ablauf der Frist um über 500 Franken übertroffen hat. Dies ist enorm wichtig, denn wird das Finanzierungsziel in der definierten Zeit nicht erreicht, erhält der Sportler nichts. Wird es überschritten, darf er alles behalten. Ein bedeutender Erfolg für den Therwiler, der sich nur durch Teilnahmen an internationalen Turnieren in der Weltrangliste weiter nach vorne kämpfen kann. «Mein Ziel für die kommende Saison ist es, an die Nummer 300 ran zu kommen und den Schweizer Meistertitel zu holen», erklärt der Badminton-Spieler.

Alleine nicht zu schaffen

Neben der Unterstützung von Bekannten kann der 20-Jährige auch auf teilweise ziemlich grosse Finanzspritzen von Fremden zählen. «Für den Erfolg eines Projekts ist das ausschlaggebend. Das ist der Vorteil dieser Plattform», meint Kirchmayr. Vor allem, weil es Einzelsportler meist schwieriger hätten. «4000 Franken nur aus meinem Umfeld. Das hätte ich nie geschafft», freut sich der Therwiler. «In zehn bis fünfzehn Turnieren pro Jahr kommt halt viel an Ausgaben zusammen», erklärt der 20-Jährige. Neben Turnier-Gebühren muss man auch Flübe sowie Kost und Logis einberechnen. Die Idee hat er von der Badminton-Nationalmannschaft der Frauen, die ein solches Projekt für die Team-EM in Basel gestartet hatten.

Tokyo als grosses Ziel

Mit der momentanen finanziellen Sicherheit im Rücken, lässt sich die Saison um einiges leichter angehen. Seit Juli wohnt Kirchmayr unter der Woche in Bern, um näher an seinem Trainingsstützpunkt in Thalmatt zu sein. Zwei Badminton-Trainings pro Tag sind angesetzt, danach manchmal noch Konditionseinheiten. An den Wochenenden bleibt dann ein wenig Zeit und Ruhe zuhause. Zurzeit weilt der 20-Jährige in einem Trainingslager mit seinen Basler Klub-Kollegen. Danach geht es bereits zum ersten internationalen Turnier der Saison in die Slowakei.

Dabei hat er sein Fernziel immer im Blick – die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Seinen Karrierefahrplan hat Kirchmayr im Kopf, die Meilensteine sind geplant. Jetzt will er den Grundstein legen, um in sechs Jahren seinen grossen Traum zu verwirklichen.