Mat Rebeaud sitzt lässig auf seinem Motorrad. Flankiert von dünnen, hochgeschossenen und jungen Boxen-Girls. Es ist Freitagabend. Man zählt die achte Auflage der Night of the Jumps in Basel. In den Katakomben der St. Jakobshalle findet die sogenannte Pit Party statt. Die Fans können vor dem Auftritt ihre Stars hautnah erleben. Autogramme werden geschrieben, Fotos geschossen. Der 31-jährige Romand aus Payerne mit Zweitwohnsitz in Kalifornien beantwortet geduldig Fragen. Vorzugsweise auf Französisch oder Englisch. Er sei super happy, sagt er, und es sei «cool to be here». Sechs Jahre ist es her, dass der FMX-Pionier letztmals an der Night of the Jumps in Basel antrat.

Schon alles gewonnen

Rebeaud hat in der Szene so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Weltmeister 2006, Sieger der World Series 2008, X-Games-Medaillen. Seit bald 10 Jahren zählt er zur Weltspitze, phasenweise war er der Dominator. Doch nach zwei Oberschenkelbrüchen ist es etwas ruhiger um ihn geworden. Umso erfreulicher sein Comeback vor Heimpublikum, zumal er eine Weltneuheit im Gepäck hat. Erstmals will er an einer Night of the Jumps einen 540 Flair zeigen. Ein Sprung, den nur gerade drei Fahrer beherrschen. Zwar tönt 540 Flair nicht so spektakulär wie Cliffhanger, Tsunami oder Heart Attack, «aber der Sprung in der Quarterpipe ist technisch sehr anspruchsvoll», versichert Rebeaud. Das ganze letzte Jahr hat er daran gefeilt. Neue Sprünge sind in der Szene das A und O. Was gestern noch eine Weltneuheit war, ist morgen schon Standard. Die Grenzen des Möglichen werden immer weiter ausgelotet und verschoben.

Ohrenbetäubende Kulisse

In der St. Jakobshalle gehen die Sprünge bis zu 26 Meter weit. Das Publikum, obwohl die Halle am Freitag nicht ausverkauft ist, sorgt zusammen mit dem Motorenlärm für eine ohrenbetäubende Kulisse. Viele Väter sitzen mit ihren Söhnen auf der Tribüne. Sie sehen das Klassentreffen der Weltmeister. Drei Titelträger sind in Basel am Start. Von der härtesten Night of the Jumps sprechen die Veranstalter. Zwölf Fahrer messen sich in der Qualifikation, sechs schaffen den Sprung in den Final. Unter ihnen auch Mat Rebeaud als Viertplatzierter. Sein 540 Flair, den er als letzten Sprung seiner Darbietung zeigt, glückt. «Im Finaldurchgang sogar perfekt», wie er sagt. Dennoch reicht es in der Endabrechnung nur für Rang sechs. Hätte Mat Rebeaud vor sechs Jahren eine Weltneuheit in den Parcours gezaubert, wäre er garantiert zuoberst auf dem Podest gelandet. Doch gegen die jüngere Konkurrenz reicht das alleine nicht mehr aus. Dennoch: Der Altmeister hat in Basel bewiesen, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Auch wenn das seine Knochen möglicherweise anders sehen.