A wie Andy Kistler:

Der Equipenchef der Schweizer Springreiter freut sich gleich doppelt. Zum einen über ein gelungenes Jahr 2018: «Wir erleben womöglich die beste Saison in der Geschichte des Schweizer Springsports.» Ausserdem wird beim CSI Basel vom 10. bis 13. Januar 2019 erstmals auch ein Weltcupspringen ausgetragen. Normalerweise kann Kistler pro Turnier nur zwei bis drei Schweizer aufbieten. In Basel kommen wegen des Heimvorteils fünf zusätzliche Reiter dazu. Ein Segen für die vielen Schweizer Topathleten und Equipenchef Kistler.

B wie Bürgin:

Willy Bürgin (82) ist der Präsident des CSI Basel. «Als wir hier vor zehn Jahren anfingen, wurden wir belächelt. Heute lache ich», sagt er. Sein Turnier wächst stetig. «Bislang gab es keine Rückschritte. Der CSI Basel wurde jedes Jahr besser.» Bürgins Lieblingsmoment aus der zehnjährigen Geschichte des Turniers: «Als im letzten Jahr mit Martin Fuchs und Werner Muff gleich zwei Schweizer den Grand Prix beziehungsweise den Prix du Vainqueur gewinnen konnten.»

C wie CSI:

Die drei Buchstaben stehen hier nicht – wie in der bekannten TV-Serie aus Miami – für Crime Scene Investigation, sondern für Concours de Saut International.

D wie Dressur:

Jean-Francois Pignon, der «Meister der Freiheitsdressur» trat bereits 2014 in Basel auf. Jetzt ist der Franzose mit seinen weissen Pferden zurück. Jeden Abend und am Sonntag als Apéro für den Weltcup wird Pignon seine Pferde ohne Zügel und nur anhand seiner Gesten für 30 Minuten durch die St. Jakobshalle führen.

E wie Entwicklung:

Die Veranstalter des CSI Basel führten zunächst regionale Turniere durch, 2007 und 2008 organisierten sie die Schweizermeisterschaften und im Jahr 2010 zum ersten Mal den CSI Basel, zunächst als Vier-Sterne-Turnier. Seit 2011 gehört Basel als Fünf-Sterne-Event zur Elite. Preisgeld und Prestige steigen stetig.

F wie Fuchs:

2018 konnte zum ersten Mal ein Schweizer den Grand Prix in Basel gewinnen. Martin Fuchs war wie Teamkollege Werner Muff ohne Fehler geblieben. Weil Fuchs 96 Hundertstelsekunden schneller war, nahm er das Preisgeld von 100 000 Franken mit nach Hause.

G wie goldene Trommel:

Diese spezielle Prüfung wird seit 2012 durchgeführt und symbolisiert die lokale Verankerung des Turniers. Die Namen der Sieger werden in eine goldene Trommel eingraviert.

H wie Hü-hott:

«Hü» ist ein Fuhrkommando an ein Zugtier mit der Bedeutung «vorwärts». Will der Reiter nach rechts abbiegen, sagt er «hott». Beide Begriffe tauchen heute vor allem noch in Kinderbüchern auf. Beim Reiten werden die Kommandos weniger gebraucht, da der Reiter eher mit Gewicht, Schenkel- und Zügelhilfen mit dem Pferd kommuniziert.

I wie Internet:

Weil am Turnierwochenende im SRF Wintersport-Übertragungen dominieren, entschied sich der CSI Basel zu Beginn für eine alternative Verbreitungsform. Das Turnier wird seither live vom deutschen Internetsender ClipMyHorse übertragen. Seit 2013 zeigt auch das SRF ausgewählte Prüfungen.

J wie Janika Sprunger:

Die Bubendorferin freut sich auf ihren Heimanlass. Bis dahin sollte Sprunger den Lapsus vom Tyron (USA) verarbeitet haben. An der Team-WM Ende September war Sprunger an den ersten zwei Tagen die Beste im helvetischen Quartett. Doch im entscheidenden Durchgang streikte ihr Pferd. Die Schweiz fiel so am letzten Tag noch von Rang 1 auf den undankbaren 4. Platz zurück.

K wie komischer Name:

Wegen zwei Sponsoren heisst das Weltcupspringen doch tatsächlich: Longines FEI (Fédération Equestre Internationale) Jumping World Cup presented by Bank J. Safra Sarasin.

L wie Luciana Diniz:

Die Portugiesin gewann 2013 und 2015 auf zwei unterschiedlichen Pferden den Grand Prix von Basel und ist damit die einzige Reiterin, die zweimal in der Siegerliste auftaucht.

M wie Millionen:

Das Budget des CSI Basel beträgt 3,5 Millionen Franken. 20 Prozent davon werden als Preisgeld ausgeschüttet.

N wie neue Halle:

Als Willy Bürgin vor zehn Jahren zu Thomas Kastl – dem Geschäftsführer der St. Jakobshalle – kam, war der von der Idee, hier ein Reitturnier durchzuführen, nur mässig begeistert. Die Skepsis ist gewichen. Pünktlich zum Jubiläum findet der CSI Basel 2019 zum ersten Mal in der runderneuerten St. Jakobshalle statt.

O wie Operation:

Clooney, das Siegerpferd von Martin Fuchs, wurde im April ins Zürcher Tierspital gebracht. Clooney litt an Bauchschmerzen, die Kolik konnte nur operativ entfernt werden. Mittlerweile ist Clooney wieder fit und im Einsatz.

P wie Prüfungen:

Insgesamt 17 Prüfungen sind Teil des Turniers. In neun von zehn internationalen Springen gibt es Weltranglistenpunkte zu sammeln. Bei den unterschiedlichen Wettkämpfen variiert die Höhe der Hürden. Die sind zwischen 145 und 160 Zentimetern hoch. Die wichtigsten Prüfungen in Basel sind der Grand Prix vom Freitag und der Weltcup vom Sonntag.

Q wie Quadratpferd:

So werden Pferde genannt, deren Länge identisch mit der Höhe am Übergang vom Hals zum Rücken ist.

R wie Ross:

280 Spitzenpferde kommen für den CSI nach Basel. Dort logieren sie in Boxen und werden rund um die Uhr betreut. Dass es Reiter und Ross gut geht, ist die Prämisse der Organisatoren. Dieses Konzept ist ein Grund dafür, dass der CSI Basel einen guten Ruf geniesst.

S wie Sand:

Die Unterlage des 2800 Quadratmeter grossen Parcours, der in der St. Jakobshalle aufgebaut wird, besteht komplett aus Sand. Insgesamt werden 900 Tonnen nach Basel gekarrt. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Elefant wiegt fünf bis sechs Tonnen.

T wie Tickets:

Am Donnerstag und Freitag kosten die Tickets 45 beziehungsweise 55 Franken. Am Wochenende zahlen Sie kategorienabhängig 69 oder 99 Franken. Kinder unter 12 Jahren schauen gratis zu.

U wie ungarische Post:

Auch Pferdeshows sind als Rahmenprogramm Teil des CSI Basel. Ungarische Post nennt sich die Figur, bei welcher der Reiter stehend je einen Fuss auf dem Rücken von zwei Pferden hat.

V wie Vainqueur:

Natürlich gibt es auch beim CSI Basel mit all seinen Prüfungen am Ende eine Gesamtwertung. Der Sieger wird mit dem Prix du Vainqueur ausgezeichnet. Der Erste einer Prüfung bekommt hier so viele Punkte, wie es Teilnehmer gibt, der Zweite einen Zähler weniger... Am Ende werden die Punkte aus allen Prüfungen je nach Schwierigkeit mit einem Koeffizienten von 1 bis 5 multipliziert und die Resultate aller Prüfungen summiert. Im vergangenen Jahr holte sich mit Werner Muff zum ersten Mal ein Schweizer den Prix du Vainqueur.

W wie Weltcup:

Weil es den CSI Zürich wegen Platzmangel und Konkurrenz nicht mehr gibt, findet jetzt stattdessen hier zum ersten Mal ein Weltcupspringen statt. Basel ist eine von 13 Stationen, an denen die Reiter Punkte für den grossen Weltcupfinal in Göteborg sammeln können. Momentan führt der Schweizer Steve Guerdat diese Wertung an.

X wie Triple X:

So heisst das Pferd des Briten Ben Maher, der 2012 erst in Basel den Sponsoren-Preis und wenig später in London olympisches Gold gewann. Ob Triple X wieder nach Basel kommt, steht noch nicht fest. Das Teilnehmerfeld wird erst kurzfristig bekannt gegeben.

Y wie Yonaguni-Pony:

Zugegeben, diese Tiere sucht man am CSI Basel vergebens. Mit den Yonaguni-Ponys aus Japan hat wohl noch kein Springreiter einen Preis gewonnen.

Z wie Zuschauer:

Insgesamt 6000 Besucher können pro Tag in der St. Jakobshalle dabei sein. Seit 2010 steigen die Zuschauerzahlen jährlich an. Der Rekord mit 21 400 stammt demzufolge aus dem vergangenen Jahr.