Super League

Aadie Meisterschaft: Der FC Basel verabschiedet sich nach dem 1:2 gegen Luzern aus dem Titelkampf

Der FC Basel verliert zum Restart der Liga in Luzern völlig verdient und eigentlich chancenlos mit 1:2 und verliert den Anschluss im Meisterrennen.

Die Plastikflasche donnert auf die Betonbarriere. Taulant Xhaka muss seine Wut nach Schlusspfiff irgendwie kanalisieren. Sein FCB hat soeben mit 1:2 gegen Luzern verloren. Völlig verdient und eigentlich chancenlos. Weil die beiden Meisterkonkurrenten aus Bern und St. Gallen ihre Partien zum Restart gewannen, ist der FCB jetzt acht Punkte hinten. Und nur noch zwei Punkte vor dem Vierten Servette. Die Enttäuschung steht allen FCB-Akteuren ins Gesicht geschrieben.

Nicht nur Xhaka, auch Fabian Frei ist sichtlich enttäuscht. Seine Arme wedeln vor dem Interview durch die Luft, die Schultern zucken. Als wollte er sagen: «Ich weiss doch auch nicht, wie es soweit kommen konnte.» Doch Frei findet anschliessend gute Worte für das, was dem FCB in diesem Geisterspiel in Luzern widerfahren ist: «Es ist sehr frustrierend. Das war von A bis Z nicht gut. Alle haben heute gesehen, dass das nicht der FCB war, den wir kennen. Heute stimmte vieles nicht, was schon gegen Lausanne nicht gestimmt hatte, dabei hatten wir genug Zeit, es abzustellen. Wenn wir so weiterspielen, wird es schwer. Es geht im Moment nur noch um Platz 3.»

Bumm. Das sitzt. Der selbst ernannte Titelkandidat ist nach nur einem Spiel abgeschlagen. Marcel Koller im ersten Spiel nach seiner Vertragsverlängerung weiter denn je Meisterschaftsgewinn entfernt, den Präsident Bernhard Burgener gefordert hatte. Koller selber sagt nach dem Spiel: «Der Druck war nicht zu gross. Wir haben einfach nicht gut gespielt. Noch sind 36 Punkte zu vergeben. Darum ist es noch nicht gelaufen, aber natürlich sind acht Punkte ein grosser Rückstand.»

Der Rückstand ist jetzt so gross, weil der FCB gegen Luzern nie ins Spiel kommt. Das liegt zum einen daran, dass die Zweikämpfe nicht angenommen und gewonnen werden. Zum anderen an regelmässigen Fehlpässen, die das Basler Angriffsspiel harmlos machen. «Sie standen nicht gut und wir wollten den Sieg mehr», erklärt FCL-Innenverteidiger Stefan Knezevic.

Luzern nutzt die Basler Schwachstellen doppelt

Die Tore für Luzern schiessen Margiotta in der 23. und Eleke in der 81. Minute. Beide Male kommen die Innerschweizer über die Seite und erwischen den unsortierten FCB im Zentrum. Rückwärtsbewegung und Stellungsspiel sind mangelhaft. Dass es am Ende noch mal kurz spannend wird, liegt einzig und allein an Arthur Cabral. Sein gegrätschtes 1:2 in der 86. Minute ist ein Tor des Willens und ermöglicht dem eigentlich schon geschlagenen FCB eine Schlussoffensive. In der 88. trifft ein Gewaltschuss von Xhaka nur die Latte. Doch der Ausgleich wäre unverdient gewesen. Und deshalb wird am Ende Xhakas Plastikflasche zum Symbol für die aktuelle Gemütslage beim FCB.

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