Es waren just zwei Stunden gespielt, als der Regen einsetzte. Und Windböen führten dazu, dass die drei provisorischen Zelte festgehalten werden mussten. Dass just zu diesem Zeitpunkt die Referées den Vergleich zwischen den Leimentalern und den Zürchern abbrachen, hatte aber nichts mit dem Wetter zu tun. Denn nach dem sechsten von neun Innings (Durchgängen) lautete das Skore 18:3 – und bei einem derart grossen Punkteunterschied kann man gemäss Reglement die Partie vorzeitig beenden. Dass 20 Minuten später wieder die Sonne schien, sei auch noch erwähnt…

Die Prügelknaben der Liga

Flyers gegen Lions war ein ungleicher Vergleich. Hier die Baselbieter, welche derzeit Rang 3 in der Rangliste belegen. Auf der anderen Seite der dritte Zürcher Klub (von sechs Nationalliga-A-Vereinen aus der Limmatstadt), der heuer alle seine 20 Meisterschaftspartien deutlich verloren hat. Dies taten die «Löwen» bereits in der letzten Spielzeit, was aufzeigt, dass sie von der Spielstärke her nicht in die oberste Klasse gehören. Weil sich aber im Unterhaus kein (neuer) Klub finden lässt, der aufsteigen darf (die Reserveteams der Barracudas, Challengers und Flyers sind mit Sicherheit stärker als die Lions), spielt der gestrige Rivale der Flyers halt die Rolle des Prügelknaben. Im fünften Inning gelangen den Gastgebern sagenhafte elf (!) Homeruns. In einer Partie zwischen zwei ausgeglichenen Teams, welche auch die Defense pflegen, ist das finale Skore tiefer.

Möglich, dass heuer der B-Ligist Frogs Sissach sich langsam, wie vor vielen Jahren, ans Nationalliga-A-Niveau herantastet. Es täte dem nationalen Baseball gut, wieder Derbies zwischen Oberbaselbietern und Leimentalern im Kalender zu haben.

Playoff-Duell gegen Zürcher in Sicht

Therwil belegt derzeit Rang 3 – mit der Möglichkeit, Platz 2 zu erreichen. «In den sieben verbleibenden Matches des Qualifikationsdurchganges könnten wir sogar noch den Leader Barracudas überholen; realistischer ist aber Platz 2. Die Playoffs haben wir jedenfalls auf sicher», so Teamcaptain Sebastian Zwyer.

In den letzten Jahren lautete der Playoff-Final stets Bern Cardinals gegen Therwil Flyers. Heuer haben die Berner ihr Team jedoch massiv verjüngt, die Koryphäen (meist mittel-amerikanischer Herkunft) sind zurückgetreten, wie der Hauptschiedsrichter erklärte. Er muss es wissen, denn er war vor 28 Jahren einer der Gründungsmitglieder des Serienmeisters. Der Titelverteidiger aus der Bundeshauptstadt läuft heuer sogar Gefahr, die Meisterschaft auf Rang 5 zu beenden und so die Playoffs zu verpassen.

Die Tendenz geht dahin, dass sich die Flyers heuer in den Playoffs mit Teams aus Zürich messen müssen, wenn sie den insgesamt neunten Meistertitel (erstmals nach 2009) nach «Därwil» holen wollen. Gestern gab es zumindest schon ein «Zürcher Geschnetzeltes».