Es gibt und gab nur ganze wenige Menschen, die dem FCB über Jahrzehnte und damit fast ein ganzes Leben lang derart verbunden sind und waren, wie das bei Peter Ramseier der Fall war. Seit er am 27. Juli 1966 in einem Freundschaftsspiel in Schopfheim seine ersten 90 Fussballminuten im rotblauen Dress bestritten hatte, hat seine Verbundenheit mit dem FCB nie auch nur die kleinsten Risse oder Dellen erlitten. Dabei war das keine Selbstverständlichkeit, denn Peter Ramseier kam in Bern zur Welt, ging in Bern zur Schule, lernte sein fussballerisches Abc beim FC Zähringia Bern (heute FC Breitenrain) und sprach zeitlebens, wiewohl nur wenige Steinwürfe vom «Joggeli» entfernt daheim, mit sympathischer Hartnäckigkeit den Berner Dialekt.

Sechs Meistertitel, zwei Cupsiege

Vor allem defensiv arbeitete Peter Ramseier, und hielt mit seinen überragenden läuferischen und kämpferischen Fähigkeiten den Spielgestaltern wie Karl Odermatt, Helmut Benthaus, Jürgen Sundermann bis hin zu Arthur von Wartburg, Markus Tanner oder auch Erni Maissen den Rücken frei.

Andernfalls hätte Ramseier von 1967 bis zu seinem Karriere-Ende 1978 dem FCB nicht mitgeholfen, sechs Meistertitel und zwei Cupsiege zu erringen. Und ganz sicher wäre er nicht auf die stolze Zahl von 372 Wettbewerbsspielen mit dem FCB gekommen. Nur sieben Fussballer sind in der ganzen Clubgeschichte auf mehr Einsätze gekommen als Ramseier, und zwar Massimo Ceccaroni, Otto Demarmels, Jörg Stohler, Karl Odermatt, Erni Maissen, Benjamin Huggel und Scott Chipperfield.

Der Schweizer Nationalmannschaft gehörte Ramseier von 1968 bis 1973 an. Obschon das nicht eben die erfolgreichste internationale Phase der Fussballschweiz war, erreichte Ramseier in einigen seiner 28 Länderspiele durchaus bemerkenswerte Resultate.

Verdiente Auszeichnung

Dass die Generalversammlung des FCB Peter Ramseier und Helmut Benthaus am 3. Mai 2010 mit der äusserst selten vergebenen Ehrenmitgliedschaft auszeichnete, war nichts weniger als eine verdiente Anerkennung für ein grossartiges Lebenswerk der beiden Freunde, die zusammen auch regelmässig die Heimspiele des FCB besuchten.

Noch am Mittwochvormittag war Peter Ramseier wohlauf und war noch auf seinem Hometrainer aktiv. Im Verlauf des Tages beklagte er ein Unwohlsein, das wenig später zu seinem Ableben führte. Ein Grosser in der 125-jährigen Geschichte des FCB beschritt völlig unerwartet einen neuen Weg. So gross die Lücke für den ganzen FCB ist – noch viel schmerzlicher muss dieser Verlust für die Familie sein. Mit Annemarie Ramseier-Bigler, seiner Ehefrau, mit Sohn und Schwiegertochter Adrian und Eva Ramseier und deren Kindern Tabea und Silas trauert der gesamte FCB mit seiner Führung, den Mannschaften, den Mitarbeitenden und den Fans um einen liebenswerten Freund, der unvergessen bleiben wird. Er möge in Frieden ruhen.