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Abstiegsangst gegen Titelhunger

David Abraham (links) und seinen FC Basel erwartet bei Niasses Xamax ein harter Kampf. Foto: Kefalas/Keystone

David Abraham (links) und seinen FC Basel erwartet bei Niasses Xamax ein harter Kampf. Foto: Kefalas/Keystone

Der FC Basel steht heute (19.45 Uhr, Maladière) gegen Xamax unter Siegzwang.

Manch einer hätte gewettet, dass der FC Basel gegen die Grasshoppers das Ruder noch herumreisst. Der Basler Schwung nach dem Doppelschlag zum 2:2 kombiniert mit der bekannten Zürcher Nervenschwäche deuteten auf ein Happy End für den FCB hin. Doch Valentin Stocker (86. Minute) und Marco Streller (88.) vergaben genauso wie Jacques Zoua, der in der Nachspielzeit aus kurzer Distanz am GC-Keeper Roman Bürki scheiterte. Besonders der letzten Chance trauert Thorsten Fink immer noch nach. «Schade, hat Jacques das Tor nicht gemacht», sagt der FCB-Trainer. Dann wäre seine Wechselstrategie, zugunsten des etwas offensiveren Zoua auf den in der ersten Halbzeit sehr auffälligen Fwayo Tembo zu verzichten, aufgegangen.

In Neuenburg erwartet Fink ein ähnliches Spiel wie am letzten Sonntag. «Xamax steckt wie GC im Abstiegskampf. Die werden kämpfen wie die Löwen.» Dem gilt es, entgegenzuhalten: «Wir müssen zeigen, dass wir Meister werden wollen.»

Gilles Yapi mit Beschwerden

Die erste englische Woche seit langem hat heute zumindest aber noch keine grossen Auswirkungen auf die Startformation. Fink überlegt sich «einen oder zwei Wechsel». Kandidaten für eine Pause sind Benjamin Huggel und Gilles Yapi. Huggel, weil er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht in Topform ist und Yapi wegen Patellabeschwerden. Wahrscheinlich wird aber Yapi Granit Xhaka weichen. «Beni kommt durch viele Spiele vielleicht schneller in den Rhythmus, und Gilles möchte ich gegen YB bei vollen Kräften haben», erklärt Fink seine Überlegungen. Sicher erst nächste Woche wird Xherdan Shaqiri ins Mannschaftstraining einsteigen können. Bei Tembos aktueller Form ist allerdings auch keine Eile angebracht.

Trotz der Tatsache, dass die Neuenburger ebenso dringend Punkte brauchen wie die Basler, wird es wohl auch heute Abend an den Gästen liegen, das Spiel zu machen. Während Xamax jeder Zähler hilft, ist der FCB auf einen Sieg angewiesen. Fink allerdings sieht die Drucksituation als nicht so dramatisch: «Auch wenn wir beide Spiele diese Woche verlieren sollten, wäre noch nichts verloren.» Die Erfahrung seines Teams, wie man einen Titel gewinnt, sei in solchen Situationen Gold wert. «Ich habe nie mit einer klaren Meisterschaft gerechnet. Am Ende werden die Nerven entscheiden. Und die haben wir», sagt der 43-Jährige.

Worauf sich der Cheftrainer in den vergangenen Wochen immer verlassen konnte, ist die Moral. Zweimal in Serie hat man nun einen Zweitore-Rückstand noch aufgeholt. «Mir ist lieber, wir starten schwach und steigern uns dann, als umgekehrt», meint Fink, «Ich würde aber auch gern wieder einmal in Führung gehen und einen ungefährdeten Sieg holen. Solche Spiele wie gegen GC brauche ich nicht jede Woche.» Hoffentlich haben ihn seine Spieler gehört.

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