Eine in den Trainings oft eingeübte Standard-Situation brachte dem SV Muttenz die frühe Führung und war zugleich wegweisend für den weiteren Verlauf dieses Derbys: Weiter Einwurf in den gegnerischen Strafraum, Kopfballverlängerung von Captain Marc Tanner auf Teamkollege Diego Stöckli, welcher aus kurzer Distanz eiskalt abschliesst.

Nach diesem Treffer bestimmte nämlich der Abstiegskandidat das Geschehen auf dem Spielfeld und das junge Muttenzer Sturmduo Alessio/Stöckli brachte die oftmals hölzern und nicht wirklich spritzig wirkende Timau-Abwehr immer wieder in Nöte. Nur zehn Minuten nach dem Führungstor kann Manuel Alessio den Ball im Strafraum zwar sauber aus der Luft herunternehmen, doch kurz vor dem krönenden Abschluss verspringt ihm der Ball.

In der 17. Minute scheint das zweite Muttenzer Erfolgserlebnis sicher, doch der schnelle Alessio scheitert nach einem herrlichen Zuspiel in die Schnittstelle am glänzend reagierenden Timau-Torhüter Dominik Palesko. Wie aus dem Nichts kann danach das gastgebende Team aus der Spitzengruppe ausgleichen. Nach einem Stellungsfehler des ansonsten stark aufspielenden Tanner und dem anschliessenden Foulspiel im Sechzehner an Mickael Feghoul verwandelt Mehdi Boumaiza den fälligen Penalty sicher.

Muttenz weiter selbstbewusst im Vorwärtsgang

Auch nach dem überraschenden Ausgleich bestimmten die Gäste weiterhin die Gangart und es war wieder Alessio der von Goalie Palesko nur mit einem Foul gestoppt werden kann. Der Ball landete danach trotzdem im Netz, doch hatte der gut leitende Schiedsrichter Stephan Käppeli die Partie bereits mit einem Pfiff unterbrochen gehabt, sodass Manuel Jenni zum Strafstoss antreten musste und routiniert die erneute Führung für die Baselbieter erzielen konnte.

Ein weiterer Foulelfmeter, diesmal vom Muttenzer Jonas Erhard verschuldet, nutzte das bislang enttäuschende Team von Trainer Davide Quaranta mit dem wiederum vom Franzosen Boumaiza verwandelten Penalty zum erneuten Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Die Pausenbesprechung in der Timau-Kabine dürfte wohl ziemlich deutlich ausgefallen sein, denn nach dem Seitenwechsel spielte praktisch nur noch die Heimmannschaft. Doch in dieser Phase zeigte der vor der Pause kaum geprüfte SVM-Keeper Valentino Reist sein ganzes Können und verhinderte mehrmals einen Timau-Torjubel. Zuerst blieb er im 1:1-Duell gegen Giuseppe Catanzaro Sieger (65.).

Nur zwei Minuten später erfreute Ugur Findik mit einem herrlichen Solo die Zuschauer, doch wieder fand der Ball den Weg ins Tor nicht. Als dann in der 72. Minute Reist geschlagen war, standen gleich zwei Muttenzer Spieler auf der Torlinie und verhinderten gemeinsam den Feghoul-Treffer. Der gleiche Akteur scheiterte elf Minuten vor dem Ende mit seinem Schuss erneut am Muttenzer Hexer zwischen Pfosten.

Ein spezieller Treffer bringt die Entscheidung

Den anschliessenden Corner pflückte Reist sicher aus der Luft und kickte den Ball sofort nach vorne auf Sturmspitze Alessio, der allerdings klar im Abseits stand, mit diesem Zuspiel nichts anfangen durfte und deshalb den Ball einfach weiterfliegen liess. Dies interessierte aber bei den Gastgebern offensichtlich niemanden so richtig, sodass der von weit hinten heransprintende Stöckli mutterseelenallein in Richtung Palesko laufen konnte und diesen mit etwas Glück überlisten konnte.

Kurz vor Schluss verhinderte dann Reist’s linker Fuss den Ausgleich durch Hicham Chirouf. Freude herrschte nach dem Schlusspfiff im Muttenzer Lager und Trainer Andy Häfliger meinte schmunzelnd: «Ich habe auf einen Punktgewinn spekuliert, doch wir nehmen auch gerne alle drei mit nach Muttenz. Wir wussten, dass die Timau-Defensive nicht die Schnellste ihrer Zunft ist und unser seit der Juniorenzeit zusammen spielendes Sturmduo hat dies vor allem in den ersten sechzig Minuten ausgezeichnet ausgenützt.»