«Schau mal, da ist der Götti», ein kleiner Junge, im FCB-Shirt steht beeindruckt vor einer Pinnwand mit Zeitungsartikel und Bildern zu den Liestaler Radballer Lukas Oberer und Andry Accola. Familie und Freunde waren da, als die beiden Aufsteiger ihr Debüt in der NLA zu Hause in der Turnhalle Fraumatt gaben. «Es ist wahnsinnig toll. Vor so einem Publikum macht sehr viel Spass», bestätigt ein strahlender Oberer.

Den Baselbietern ist ihre Freude an der NLA deutlich anzusehen, dabei hatten es die zwei in der ersten Qualifikationsrunde der Saison nicht ganz einfach. Zu wenig Zeit für Trainings und mit gleich fünf Spiele an einem Tag war es ein harter Einstieg in die neue Liga. «Die Erwartungen sind übertroffen», ist dennoch die einstimmige Meinung der Radballer.

«Keine Sekunde Ruhe»

Mit zwei Unentschieden, einem Sieg und einer Niederlage ist die Bilanz durchaus befriedigend. Was die Liestaler im Moment noch von der Spitze trennt, ist vor allem das konstante Spiel über 14 Minuten. «In dieser Liga wird man immer dran genommen, da hat man keine Sekunde Ruhe», erklärt Accola. Aber es war nicht wie erwartet der Vizeweltmeister Winterthur, sondern das starke Team aus Altdorf, welches die Gastgeber am meisten gefordert hatte.

Mit einer 2:11-Niederlage mussten sich Oberer und Accola schliesslich ergeben. «So etwas sollte nicht passieren», sind die Worte von Accola nach Abpfiff. «Unsere Ausdauer und Kondition reichte einfach nicht. Aber insgesamt habe ich es mir schlimmer vorgestellt» fügt Oberer lachend hinzu.

In zwei, drei Jährchen

In der NLA angekommen, haben die beiden wieder neue Ziele vor Augen: der Weltcup. «Natürlich ist im Moment das kurzfristige Ziel uns in der NLA zu halten. Aber in zwei, drei Jährchen ist eine Weltcupteilnahme durchaus realistisch», mein Accola selbstbewusst. Bis dahin müssen die beiden aber noch viel an der Konzentration arbeiten und das Spiel im Team verinnerlichen «Im Radball geht es immer sehr schnell, da muss der andere genau wissen, was sein Mitspieler denkt. Da ist volle Aufmerksamkeit gefragt», so Oberer, der lange mit seinem Bruder Mathias in einem Team spielte. «Ich kenne gar nicht anderes. Ich spiele jetzt schon 20 Jahre lang».

Accola, der durch den Stiefvater in Kontakt mit Radball kam, sieht den Reiz der Sportart in der komplexen Spielweise «Radball ist kein 08/15 Sport. Im Fussball haut man an den Ball und dann ist gut, hier braucht es mehr.»