CEV-Europa-Cup

Achtelfinal-Heimspiel gegen Stiinta Bacau: Verstecken muss sich Sm’Aesch gewiss nicht

Madlaina Matter im Einsatz.

Madlaina Matter im Einsatz.

Im Achtelfinal-Heimspiel des CEV-Europa-Cups ist heute Abend das rumänische Team von Stiinta Bacau in Aesch zu Gast. Das rumänische Team ist als aktuell Dritter der rumänischen Liga kein Wunschgegner. Aber auch die Tabellenführer der Schweizer Nationalliga A haben einige Trümpfe zu spielen.

Es ist kein Geheimnis, dass Sm’Aesch-Pfeffingen-Head-Coach Andreas Vollmer im Achtelfinale lieber gegen die Mannschaft aus Baku (Aserbaidschan), statt gegen den aktuellen Dritten der rumänischen Liga gespielt hätte: Der internationale Wettbewerb ist aber kein Wunschkonzert.

Der heutige Gegner hat sein Heimspiel mit 3:1 gewonnen und auswärts mit 0:3 verloren. Der «Golden Set» ging dann denkbar knapp an die Rumäninnen, die sich damit das Weiterkommen verdient haben. Vollmer: «Da ich als Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft schon öfter in Baku war, weiss ich, dass vor allem die Reise dorthin etwas einfacher und weniger strapaziös gewesen wäre. Aber da es ja zwei Spiele gibt, ist dieses Unterfangen für beide Vereine gleich.»

Fokus nach dem Spitzenkampf

Wer Trainer oder Spielerinnen betreffend Interviews oder Fragen seit Montag erreichen wollte, tat sich äusserst schwer. Nach dem mit einer tollen Partie gewonnenen Spitzenkampf gegen Volero Zürich lag der Fokus danach sofort auf dem Europacup-Heimspiel. Vor allem das Videostudium des hierzulande ziemlich unbekannten Gegners stand dabei im Vordergrund.

«Ich weiss von Stiinta Bacau so gut wie gar nichts. Doch wir schauen immer von Spiel zu Spiel. Vor allem, wenn man, wie wir, mit Meisterschaft, Cup und Europacup auf drei Hochzeiten tanzen», sagte am Sonntagabend Libera Anna Pogany. Doch der Trainer hat seinen Spielerinnen den Gegner in der Zwischenzeit intensiv «vorgestellt»: Ganz im Gegensatz zur jungen Mannschaft von Mladost Zagreb ist das rumänische Team äusserst routiniert. Vier Spielerinnen sind bereits zwischen 30 und 35 Jahre alt, der Rest des Kaders auch schon in den hohen Zwanzigern.

Der Sm'Aesch Pfeffingen trifft im Achtelfinal auf das rumänische Team Stiinta Bacau.

Der Sm'Aesch Pfeffingen trifft im Achtelfinal auf das rumänische Team Stiinta Bacau.

Nichts geändert hat sich gegenüber dem letzten Kontrahenten in der Grösse der Spielerinnen, welche alle das Gardemass zwischen 185 und 190 cm aufweisen. Die Diagonalangreiferin misst sogar stolze 199 cm, und auch die beiden wechselweise eingesetzten Zuspielerinnen sind mit 183 und 188 cm überdurchschnittlich gross.

Ausserdem hat der akribisch arbeitende Vollmer auf den Videosequenzen eine sehr variabel angreifende Mannschaft mit wenig Eigenfehlern ausgemacht: «Die sehr erfahrenen Spielerinnen sind ausserdem äusserst dynamisch und haben ihr Spiel über die Jahre automatisiert», sagt Vollmer.

Dies hat seinen Grund: Auch beim Cheftrainer des Vereins aus dem einst zu Deutschland gehörenden Siebenbürgen im Nordosten Rumäniens. Florin Grapa (63) trainiert Stiinta Bacau ohne Unterbruch seit fast 30 Jahren und wird deshalb in seiner Heimat gerne auch der Alex Ferguson von Bacau genannt. Vier Meistertitel und fünf Cupsiege weist sein Palmarès auf.

Emotionen als grosse Chance

Verstecken muss sich Sm’Aesch Pfeffingen, der Tabellenführer der Schweizer Nationalliga A, aber gewiss nicht. Mit den in den letzten drei Wochen gezeigten Leistungen können die Baselbieterinnen auch dem rumänischen Spitzenteam Paroli bieten. Die zehn Frau starke Truppe präsentiert sich vor allem als gesamtes Teamkonstrukt in ausgezeichneter Verfassung.

Jazmine White ist eine der Top-Spielerinnen des Sm'Aesch Pfeffingen.

Jazmine White ist eine der Top-Spielerinnen des Sm'Aesch Pfeffingen.

Angreiferinnen wie Maja Storck, Jazmine White und Nicole Walch, die sich fast immer gleich viele Punkte gutschreiben lassen, eine Passeuse und Spielführerin Tess von Piekartz, welche die Forderungen ihres Trainers von der Seitenlinie im Spiel umsetzt, die gute Blockarbeit von Madlaina Matter und Teamseniorin Anu Ennok (26) sowie die Felddefensivarbeit von Libera Pogany sind die Eckpfeiler der Erfolge.

Wenn dann auch noch das Aescher Publikum hinter den Volleyballerinnen steht und diese lautstark anfeuert, dann wäre ein weiterer erfolgreicher Auftritt durchaus möglich. Denn wenn acht Fans in Zagreb ihr Team zum Sieg schreien können, werden es 800 in der Löhrenackerhalle (19.00 Uhr) wohl erst recht schaffen.

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