Vierzehn Siege stehen keiner einzigen Niederlage gegenüber; 70 Tore gerade mal acht Gegentoren. Der FC Aesch ist auch in dieser Saison wieder das Mass aller Dinge in der Drittliga. Musste man in der vergangenen Saison trotz ähnlicher Dominanz noch dem FC Dardania den Vorzug lassen, steht den Aeschern heuer niemand mehr im Weg. Wenn Sportchef Patrick Goetz von einer Zweiklassengesellschaft in ihrer Gruppe spricht, dann zählt er anstandshalber auch noch den FC Black-Stars zur ersten Klasse, obwohl dieser mit einem Sieg im Direktduell heute Abend bereits auf 18 Punkte distanziert werden könnte. Rechnerisch zwar noch aufholbar, praktisch jedoch nicht mehr. Das ist auch Goetz klar: «Wir werden uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.»

Pavkovic nutzt Beziehungsnetz

Goetz erklärt die Dominanz einerseits durch «klar überdurchschnittliche Einzelspieler, die allesamt Zweitliganiveau besitzen» und anderseits durch Trainerneuzugang Sinisa Pavkovic, der äusserst akribisch arbeite und für einen tollen Teamspirit sorge. «Einen Stinkstiefel, der schlechte Stimmung verbreitet, gibts bei uns nicht», sagt Goetz.

Aesch profitierte auch von Pavkovics gutem Beziehungsnetz zu diversen Spielern aus höheren Ligen. So stiessen die 1.-Liga-erfahrenen Cyrill Gloor und Michel Banholzer ebenso zum Team wie in der Rückrunde Elmi Shashivari und Jeton Abazi aus der zweiten Liga. Allesamt sind sie wichtige Bausteine auf dem Weg nach oben. Wie weit nach oben es längerfristig gehen soll, macht Goetz von der kommenden Zweitligasaison abhängig: «Wenn wir vorne mithalten können, werden wir mit dem Ziel 2. Liga interregional wohl nochmals investieren, ansonsten sehen wir uns in der 2.-Liga-Spitzengruppe daheim.» Die Kaderplanungen für die kommende Saison seien bereits im Gange, «so richtig konkret wird es aber erst nach dem Black-Stars-Spiel», lässt sich Goetz noch nicht in die Karten schauen, beruhigt aber die Konkurrenz: «Ein Super-League-Spieler wird es wohl nicht mehr sein.»

Gefeiert wird zu seiner Zeit

Trotz der hohen Erwartungen an die Zukunft musste der FC Aesch Anfang Monat erkennen, dass es so einfach dann doch wieder nicht geht, als man im Cup gegen den höherklassigen FC Pratteln den Kürzeren zog. «Das hat die Euphorie schon etwas gedämpft», gibt Goetz zu. «Einige Spieler mussten merken, dass es in der Zweitliga kein lockeres Durchmarschieren mehr gibt.»

Vor dem Aufstiegstrouble gilt es heute jedoch noch einmal ernst. Gross gefeiert werde aber auch bei einem Sieg noch nicht: «Wir feiern, wenn es definitiv so weit ist», sagt Goetz, weiss aber auch, dass es anhand der klaren Situation wohl keine überschwängliche Feier sein wird: «Es ist halt schon ein Unterschied, ob man am letzten Spieltag den Aufstieg klar macht oder so wie jetzt.»