Leichtathletik
Alex Wilson: «Das war nicht Sprinten, das war Jogging»

Der Basler Sprinter scheidet an der WM in Moskau in 21,11 Sekunden über 200 m aus. Für den Halbfinal, welcher er bei Olympia erreicht hatte, hätte er 20,60 Sekunden laufen müssen oder in seinem Vorlauf den 3. statt 5. Rang erreichen müssen.

Jörg Greb
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So hatte sich das Alex Wilson nicht vorgestellt. Rang 37 von 55 Startern ist zu wenig. Foto: Keystone

So hatte sich das Alex Wilson nicht vorgestellt. Rang 37 von 55 Startern ist zu wenig. Foto: Keystone

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Alex Wilson, Sie verpassten Ihr Ziel, wie an den Olympischen Spielen des letzten Sommers zumindest das Halbfinale zu erreichen als Fünfter in 21,11 deutlich (nötig gewesen wären mindestens Rang 3 in seinem Vorlauf oder eine Zeit von 20,60 Sekunden). Wie erklären Sie dieses Scheitern?

Alex Wilson: Nicht gesund antreten, das bringt auf dieser Stufe nichts. Ich hätte aufgrund meiner Vorbereitung und Vorgeschichte wohl verzichten müssen. Und zu meinem Rennen: Das war nicht Sprinten, das war Jogging. 21,11 – diese Leistung stimmt einfach nicht.

Sie spielen auf die durchzogene Vorbereitung an mit der Zahnoperation, den Achillessehnen- und zuletzt Knie-Beschwerden?

Genau. Diese Saison würde ich am liebsten vergessen.

Nur schlecht war’s aber nicht. Sie steigerten sich über 100 m und rissen den Schweizer Rekord (10,12) an sich...

... das stimmt, und darauf gründeten auch meine Hoffnungen. Nun zeigte sich, dass zwar der Speed da ist, aber die Kraft für die letzten 30 m fehlt. Vor allem wirkte sich dies auf die letzten 15 m aus. Und wohl war ich auch nicht frei genug im Kopf. Die Sicherheit, die Erfolgserlebnisse fehlten.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Misserfolg?

Das ist eine Niederlage für mich. Sie trifft mich. Aber ich werde zurückkommen. Ich traue meinem Kämpferherz. Ich will möglichst rasch eine Reaktion zeigen. Bei Weltklasse Zürich Ende Monat werde ich die 100 m laufen. Daraufhin werde ich mich neu aufbauen, mich gedanklich fokussieren. Und weiter bringen wird mich diese Erfahrung vor allem im Hinblick auf die Zukunft, zum Beispiel auf die Europameisterschaften des nächsten Sommers in Zürich.