Fechten

Alexandra Blum: Zwischen Planche und Maturität

Zweimal wöchentlich trainiert Alexandra Blum im Fechtsaal in Basel.  ppe

Zweimal wöchentlich trainiert Alexandra Blum im Fechtsaal in Basel. ppe

In ihrem ersten Jahr bei den Junioren weht Alexandra Blum ein rauer Wind entgegen. Trotzdem setzt sich die Gymnasiastin hohe Ziele.

Beim ersten Interview mit Alexandra Blum im Februar, kurz vor der Kadetten-Europameisterschaft in Klagenfurt, musste alles schnell gehen. Die 17-jährige Baslerin hatte in der Woche vor der EM neben dem Training noch Schülertheater. Ein gutes halbes Jahr später ist Alexandra Blum noch immer ein viel beschäftigter Teenager.

«Bin etwas schulmüde»

Zwischen Schule und Fechtsaal hat sie aber trotzdem Zeit für einen Kaffee. Die anderen Juniorinnen hätten im Moment klar den Fokus Fechten. Sie, die ein Jahr zu früh in die Schule ging, muss sich bereits mit der Matur auseinander setzen. «Zum Glück überschneidet sich die Saison nicht mit der Prüfungszeit. Aber auch die 15 Bücher müssen erst gelesen werden», sagt Alexandra, die im Gymnasium am Münsterplatz die Spanischklasse besucht. Sie verrät auch, dass sie etwas schulmüde sei. Nach der Matur ist deshalb ein Zwischenjahr mit viel Reisen und neuen Erfahrungen geplant.

Umstellung frustrierend

Vorerst geht es aber weiter mit der Doppelbelastung. Im Juniorenkader erhält die Baslerin neu Trainingstunden von den Nationaltrainern. Deswegen reist sie am Donnerstag nach Bern und am Freitag nach Zürich. Die anderen Trainings finden weiter in Basel beim Maître der Fechtgesellschaft, bei Manfred Beckmann statt.

Bei diesem hat Alexandra ihre deutsche Basis gelegt, wie sie sagt. Der Stil von den zwei italienischen Nationaltrainern sei indirekter, mehr von aussen nach innen. Die Umstellung sei frustrierend. Erst seit zwei Monaten trainiere sie die neue Technik, alles müsse erst noch automatisiert werden. «Gleichzeitig setzen die neuen Inputs neue Energie frei und beflügeln die Kreativität», sagt die Gymnasiastin, die mit ihren neuen Trainern, wie auch zu Hause französisch spricht.

Stammt aus Fechtfamilie

Alexandra Blum stammt aus einer Fechtfamilie. Ihr Vater war als Delegationsleiter bei den Olympischen Spielen in Seoul, ihre Mutter nahm erfolgreich an Wettkämpfen teil. «Ich wollte schon als Fünfjährige fechten, meine Eltern liessen mich aber erst mit sieben.» Die Fechtschritte hätte sie sich damals aber schon lange abgeschaut gehabt.

Obwohl sie zum jüngsten Jahrgang bei den Juniorinnen gehört, will sie sich in diesem Jahr durchsetzen. «Wenn ich wieder an die EM fahren könnte, wäre das super», sagt sie. Dafür muss sie es unter die besten vier in ihrer Kategorie schaffen.

Ausreichend Zeit Bücher zu lesen

Im Moment folgen sich die Wettkämpfe im zweiwöchigen Rhythmus. Dieses Wochenende ist ein Turnier im spanischen Burgos, vor Weihnachten in Laupheim, Anfang Jahr in Dijon. Lieblingsturnier von Alexandra Blum, die an der Schweizer Meisterschaft im Team Gold gewonnen hat und im Einzel Fünfte wurde, ist aber Göteborg im Februar. Wenigstens hat die Schülerin bei so vielen Reisen Zeit, um ihre Maturbücher zu lesen.

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