Aufsteigen wollten sie. Dieses Ziel hatte die Vereinsführung des FC Liestal vor Saisonbeginn vorgegeben. Angesichts der Grösse des Vereins und seiner Zentrumsfunktion im Oberbaselbiet eine durchaus verständliche Aussage.

Wie fern die Liestaler aber tatsächlich vom Aufstieg sind, wurde im letzten Spiel der Hinrunde zu Hause gegen den FC Allschwil deutlich. Spiele gegen regionale Konkurrenten sind in einer interregionalen Liga immer noch die Höhepunkte, für Spieler, Trainer und Fans.

Erste Chance führt zum ersten Treffer

Letztere erschienen trotz Kälte etwas zahlreicher, als man sich das gewohnt ist von Heimspielen des FC Liestal. Doch das Spiel begann genauso, wie sich es sich die Liestaler nicht hätten schlimmer ausmalen können. Zweite Minute, erster Eckball der Allschwiler, und sogleich der erste Treffer, erzielt per Kopf von Pablo Santaella.

Was war los mit den Liestalern? Waren sie noch nicht wach? Hat der Trainer sie nicht richtig eingestellt? Möglich, denn der Deutsche Matthias Kretschmer realisierte erst kurz vor Spielbeginn, dass es sich hier um ein Derby handelte.

Vier-Tore-Rückstand zur Pause

Trotz des frühen Gegentores versuchten die Liestaler weiterzumachen und den Rückstand so gut als möglich wegzustecken. Doch in der 21. Minute lenkte Virgile Boumelaha eine vermeintliche Flanke von Allschwils Jonas Käser unhaltbar für Goalie Nils Schulz ins eigene Tor ab.

In der Folge gewann Allschwil die Überhand im Mittelfeld, bis zur Pause erhöhte der FCA durch Tore von Salvatore Ribbisi und Yannick Rahmen auf 0:4. Die Gäste wirkten eingespielt, kombinierten teils wunderschön, während beim FC Liestal jegliche Abstimmung - vor allem in der Defensive - vermisst wurde.

Liestal zu konzeptlos

Die Tore zum 0:5 durch Luca Brunner, zum 0:6 erneut durch Rahmen und schliesslich das zweite Eigentor zum 0:7 waren die logische Konsequenz, der Anschlusstreffer der Liestaler in der 82. Minute kam viel zu spät. Liestal wirkte über weite Strecken total verunsichert und konzeptlos.

Die vielen Nebengeräusche - Trainer Massimo Saracino musste bereits nach der Hälfte der Hinrunde gehen - scheinen einmal mehr zu laut zu sein. Der Traum der Liestaler war der Aufstieg. Nun stehen sie nach 13 Spielen mit bereits sieben Niederlagen da, nur drei Punkte trennen sie von den Abstiegsplätzen. Würden diese Zahlen nicht reichen, wären es wohl diese verfluchten sieben Tore, die deutlich machen, wie weit der Wunsch der Vereinsleitung von der Realität entfernt ist.