Beim Start machte sich der Besenwagen bereits daran, die Verfolgung der Läufer aufzunehmen. Das Rennen war am Dreiländerlauf im Jahr 2003 bereits seit vier Minuten im Gange, als der grosse Favorit Dejene Liditu am Start eintraf und seine Startnummer fasste. Mit ungefähr fünf Minuten Rückstand startete Liditu ins Rennen. Was folgte, war eine Aufholjagd erster Güte. Er überholte als Erstes den Besenwagen und zeigte nachher Läufer um Läufer seinen schönen Rücken.

Auf der Wettsteinbrücke 700 Meter vor dem Ziel war Dejene Liditu beim Führenden angekommen. Bruno Heuberger staunte nicht schlecht, als sein Konkurrent an ihm vorbeizog – am Start war vom Mitstreiter ja noch keine Spur. Litidu gewann das kurioseste Rennen in der Geschichte vor Heuberger.

«Ein solch hoher Rhythmus wäre bei einem normalen Rennverlauf nie möglich gewesen. Aber motiviert, durch die noch vor ihm liegenden Läufer, lief er ein Wahnsinnsrennen», erinnert sich der Präsident des Vereins Dreiländer-Lauf, Martin Lichtenthaler, an den denkwürdigen Moment.

Menschen aus allen drei Ländern

Beim Lauf im Jahr 1998 war von den Organisatoren Spontaneität gefragt. Entlang der Strecke am unteren Rheinweg war ein grosses Fest. Im Vorfeld des Rennens hat man mit den Festorganisatoren zwar Absprachen getroffen. Am Tag des Rennens bestimmte die Polizei aber, dass die Streckenführung geändert werden muss.

«Die Gefahr, dass angeheiterte Festbesucher den Rennverlauf gestört hätten, war zu gross», erzählt Lichtenthaler. Das Mühsame am Entscheid der Polizei war, dass diese Entscheidung erst 15 Minuten vor Rennstart gefällt wurde. Die Herausforderung für die Verantwortlichen war gross: Sie mussten innerhalb einer Viertelstunde drei Streckenposten umkoordinieren. Das Kunststück gelang und das Rennen konnte wie geplant durchgeführt werden.

Der Lauf findet mit dem Ziel statt, Menschen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammenzubringen. Seit 25 Jahren besteht ein trinationales Organisationskomitee aus den drei Ländern. Mit Erfolg. «Rund 30 Prozent der Läufer werden nicht aus der Schweiz sein», sagt Lichtenthaler.

Geld für guten Zweck

Dank über 300 HelferInnen aus den Ländern kann der Anlass problemlos durchgeführt werden. Die Vereine St. Louis Running Club/F, Turn- und Sportring Weil am Rhein und ATV Basel-Stadt sind schon lange dabei. Tickets für den öffentlichen Verkehr gibt es dank der Unterstützung durch TNW (CH), RVL (D) sowie Distribus (F) gratis zum Lauf.

Wie immer seit 2010 hat der Lauf auch eine gemeinnützige Komponente. Mit zwei Franken pro Läufer und dem Erlös der Festwirtschaft wird ein zweisprachiges Ferienlager organisiert. Damit schafft der Dreiländer-Lauf eine Möglichkeit, dass Kinder aus Familien, die sich Ferien nicht leisten können, eine Woche nach Huttwil auf einen Bauernhof können. Dort helfen die Kinder auf dem Bauernhof mit und es stehen verschiedene Tagesausflüge auf dem Programm.