In einer Wertung sind die Starwings in der Nationalliga A einsame Spitze. Nämlich in jener der meisten Ballverluste. Damit ist schon die Erklärung gegeben, warum die arg dezimierten «Wings» gegen Monthey ein Vierpunktespiel um Rang vier verloren.

Walliser gaben Sieg beinahe aus den Händen

Am Kampfgeist fehlte es den Gastgebern nicht – aber in den entscheidenden Phasen fehlte es den Unterbaselbietern an der nötigen Cleverness und auch am Wurfglück. Dass die Walliser um ihren Erfolg bangen mussten, haben sie sich selber zuzuschreiben. Denn noch zu Beginn des letzten Viertels führte der BBC Monthey meist mit zehn bis 12 Punkten Vorsprung und war namentlich unter den Brettern klar überlegen.

Beim Birstaler Kombinat hatte der 210 Zentimeter grosse Povilas Cukinas einen denkbar schlechten Abend – seine pomadige und lethargische Spielweise reicht maximal für 15 Minuten. Nicht aber für eine Equipe, die einen physisch starken Center benötigen würde.

Starwings vergeben Matchball leichtsinnig

Und allen Unzulänglichkeiten zum Trotz – die Starwings hätten den Matchball in Händen gehabt. Denn 14 Sekunden vor dem letzten Sirenenton, beim Stand von 80:82, hatte die Mannschaft von Cheftrainer Viktor Mettler den letzten Angriff. Aber den Blau-Gelben fiel nichts Besseres ein, den Ball Rokas Uzas zu geben, der 10 Sekunden lang «rumwurstelte», bevor er den Ball auf läppische Art und Weise verlor.

Uzas zu egoistisch

Unglaublich, dass ein Team der obersten Spielklasse kein Konzept für diesen letzten Wurf hat. Und Uzas glaubte, die Partie – wie gegen Boncourt – alleine entscheiden zu müssen. Schade, dass der Litauer Basket nicht als Kollektivspiel versteht, sondern seinen Protagonismus auslebt.

Wie die Starwings verfügt nämlich Monthey über eine bescheidene Bank. Beim Gast ist Aufbauer, Spielmacher und Liga-Topskorer Myles Ronald McKay die vermeintliche Attraktion der Liga. In der Türkei, notabene in der 2. Division, wurde er jedoch «in allen Ehren davongejagt… In den ersten 20 Minuten war McKay durch niemanden und nichts zu bremsen. Doch der Amerikaner war in den zweiten 20 Minuten so klug, seinen Landsmann Ray Elden Reese einzusetzen, als McKay nicht mehr am Laufmeter punktete.

Der Spielmacher fehlt

Der Saisonausfall von Miro Petkovic führt dazu, dass die Starwings über keinen «geborenen» Spielmacher verfügen. Zuerst versuchte sich Joel Fuchs – und hatte nach acht Minuten gegen McKay bereits drei Ballverluste. Mit Stefan Petkovic, wiewohl der Nationalspieler wegen seiner Knieblessur in der Defense arg handicapiert ist, funktionierte es besser, aber weil unter den Körben Cukinas ein Ärgernis war und Justin Rutty von der Walliser Übermacht kontrolliert wurde, ging der Sieg, der Logik entsprechend an Monthey.

Morgen im Cup gegen Fribourg

Zeit, um Wunden zu lecken, bleibt den Starwings nicht. Schon morgen Sonntagnachmittag tragen die Baselbieter ihren Cupfinal in Fribourg aus. Doch solange das Deutschschweizer Aushängeschild die Wertungen «am meisten Ballverluste» und «am wenigsten Rebounds» anführt, wird es ein Wunschtraum bleiben, wie im April 2010 den Cupfinal zu erreichen.