Vom Meisterpokal, der unter einer Partybank geschützt von einem kleinen Zelt am Spielfeldrand in Therwil steht, sieht man nur den goldenen Baseballspieler, der zuoberst auf der Trophäe thront. Der Rest des «Cups» ist von der Coop-Papiertasche, in der er drinsteckt, verhüllt. «Wieso bringst du diesen Pokal überhaupt hierhin?», fragten die Baselbieter Zuschauer Georges Gladig, Präsident des Schweizerischen Baseball-Verbandes, der immer wieder ein wachsames Auge auf den Pokal warf. Und ganz zur Freude der 150 Zuschauer auf der Känelmatt in Therwil musste der Verbandsfunktionär den Pokal tatsächlich wieder nach Hause tragen, um ihn nächste Woche nach Zürich zur «Finalissima» zu bringen.

Das Highlight der Partie spielte sich im sechsten Inning ab. Die Baselbieter konnten mit zwei tollen Schlägen ihre knappe Führung in ein komfortables 4:1 verwandeln. In der Folge spielten die Flyers die Führung ruhig nach Hause und freuten sich nach Spielschluss mit den Fans über den wichtigen Sieg.

Gründe der Heimstärke

Auffallend ist, dass die Flyers beide Heimspiele der Serie souverän gewannen, auswärts verloren sie jedoch zweimal. Sebastian Zwyer, Spieler und Präsident der Flyers, hatte dafür jedoch eine Erklärung bereit: «In den Spielen in Therwil durften die Teams mit ausländischem Pitcher (Werfer) spielen. Gavin Guarrera, unser amerikanischer Pitcher, spielte jeweils stark, und wir kamen mit dem ausländischen Pitcher der Zürcher jeweils sogar besser zurecht.»

Der Schweizer Pitcher der Zürcher soll unberechenbarer aufgespielt haben als sein westliches Pendant? Eine Aussage, die Verbandspräsident Gladig natürlich gerne hört. Er betont, dass man drauf und dran sei, den Baseballsport in der Schweiz breiter zu verankern. «Je mehr Leute Baseball spielen, desto höher wird das Niveau allgemein», ist sich Gladig sicher. «Eine Sensation wäre es, wenn eines Tages ein Schweizer in der berühmten "World Series" in Nordamerika spielen würde», schwelgt er.

Spiel fünf am Samstag in Zürich

Für die Flyers heisst die nächste Destination jedoch nicht New York, sondern Heerenschürli. Dort könnten die Therwiler ihren neunten Meistertitel feiern. Damit würde auch ein Werbeplakat, auf dem von «Rekordmeister Therwil Flyers» die Rede ist, an Berechtigung gewinnen. Die Therwil Flyers würden mit dem amtierenden Rekordmeister Bern Cardinals gleichziehen.