Fussball
«An den Automatismen müssen wir noch arbeiten»

Die Old Boys haben das Training nach den Winterferien am 10. Januar wieder aufgenommen – geleitet vom neuen Trainer Marco Chiarelli. Der ehemalige FCB-Spieler hat nun noch ca. einen Monat Zeit, sein Team auf die Rückrunde vorzubereiten.

Dean Fuss
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Marco Chiarellis Abschied bei den Old Boys kommt nicht ganz überraschend.

Marco Chiarellis Abschied bei den Old Boys kommt nicht ganz überraschend.

Uwe Zinke

Während die Spieler der Old Boys ihre Weihnachtsferien genossen, konnte der neue Trainer Marco Chiarelli seine Beine nicht hochlagern. Er bereitete sich auf seine neue Aufgabe als Übungsleiter beim Promotion-League-Klub vor. Nach zwölfjährigem Trainer-Engagement beim Zweitligisten Amicitia Riehen, unterbrochen einzig von einem zweijährigen Abstecher zum SC Baudepartement, hatte sich der 51-Jährige Ende November entschieden, das Angebot von OB anzunehmen.

«Ausschlaggebend war für mich sicher die Möglichkeit, aus der höchsten Amateurliga in den Profi-Betrieb zu wechseln», sagt er. Um sich die neue Herausforderung zu ermöglichen, hat Chiarelli im vergangenen Jahr das für die Promotion League nötige Trainer-A-Diplom gemacht.

Vor drei Wochen nahm Chiarelli mit seiner neuen Mannschaft den Trainingsbetrieb auf. Davor hat er an verschiedenen Anlässen sowohl das Team als auch die Vereinsführung kennen gelernt. «Ich fühle mich sehr gut aufgenommen.» Sportchef Walter Schneider, der seit Sommer bei OB wirkt, kannte Chiarelli aus vier gemeinsamen Jahren in Riehen bereits bestens. Zur Mannschaft hat er in der relativ kurzen Zeit bereits einen guten Draht gefunden: «Das gegenseitige Einvernehmen ist positiv. Captain Direm Akdemir ist effektiv mein verlängerter Arm im Team.»

Andere Liga - anderer Aufwand

Im Gegensatz zu seiner Zeit bei Amicitia kann sich Chiarelli bei den Old Boys voll und ganz auf den Fussball konzentrieren, um den Rest kümmert sich Sportchef Schneider. «Hier bin ich wirklich nur Trainer, in Riehen musste ich mich auch neben dem Platz um fast alles selber kümmern.» Trotzdem ist der zeitliche Aufwand bei OB grösser. Chiarellis Vorgänger Roger Hegi hatte das Amt zum Ende der Hinrunde niedergelegt, weil ihm der Aufwand zu gross geworden war.

«Ich wusste, was auf mich zu kommt. Das gehört halt einfach dazu, wenn man ein Engagement in dieser Liga eingeht», sagt Chiarelli. Grosse Unterstützung erfährt er dabei auch von seiner Ehefrau und den drei Kindern. Die Familie akzeptiert, dass er viel Zeit mit Trainingsvorbereitungen, den Trainings an sich und natürlich auch mit Vor- und Nachbearbeitung der Spiele verbringt. Denn eigentlich ist das Traineramt nur Chiarellis Nebenjob. Im Alltag ist er als Versicherungskaufmann mit einem Vollzeit-Pensum angestellt.

Der mit Chiarellis Verpflichtung angepassten Klub-Philosophie entsprechend hat der neue Trainer bereits fünf talentierte Spieler aus dem Nachwuchs ins 22-Mann-Kader eingebaut. Sie sollen möglichst schnell an den Rhythmus der Promotion League herangeführt werden und zu Einsatzminuten kommen. «Damit haben wir uns in der Breite gestärkt, doch die Qualität ist noch nicht gesichert», sagt Chiarelli.

Um auch in dieser Hinsicht Fortschritte zu machen, sind die Old Boys noch auf der Suche nach einem neuen Stürmer, der «nicht nur auf Geld aus ist und aus der Umgebung von Basel kommen soll». Für Chiarelli steht ein neuer Stürmer zwar auf der Wunschliste, doch sieht er auch Möglichkeiten, wenn es mit dieser Verpflichtung nicht klappen sollte. «Dann werde ich in der Spitze einen Mittelfeldspieler mit offensivem Drang aufstellen», sagt er.

Spielsystem steht noch nicht fest

Noch einiges zu tun gibt es für Chiarelli bis zum Rückrundenstart Anfang März auch auf dem Platz. Noch hat sich der ehemalige FCB-Spieler nicht ganz auf ein Spielsystem festgelegt. «Zudem müssen wir noch an den Automatismen arbeiten, die auf dem Platz noch nicht ganz so funktionieren, wie wir uns das vorstellen.» Beste Gelegenheit, um sowohl das Spielsystem als auch die Automatismen im Team zu implementieren, bietet sich Chiarelli ab übernächster Woche.

Am 7. Februar reist er mit dem Team für eine Woche ins Trainingslager in Side an der türkischen Riviera. Als Elftplatzierter nach der Vorrunde hat OB ein Polster von fünf Punkten auf den ersten Abstiegsplatz. Und dieses gilt es möglichst nicht aus der Hand zu geben.