Bei Trainerwechseln sagt man, dass neue Besen oftmals gut kehren. Im Falle des SC Uni Basel Basket kann man dies bezüglich von Shanice Cole, die vor zehn Tagen aus den USA eingeflogen wurde, nicht sagen. Die erhoffte Verstärkung, zumindest aber der valable Ersatz der indisponierten Aminata Yanni-Imgrüth, war die Amerikanerin nicht. Die dunkelhäutige Spielerin verfügt über keinen Wurf, wenig Ballgeschick und ihre kraftvolle Spielweise basiert auf unkontrollierten Durchbrüchen zum Korb. Und weil ihre Spielintelligenz ebenfalls zu wünschen übrig liess, beging sie nach 48 Sekunden des letzten Viertels ihr 5. Foul – absolut unnötig und stupid an der Dreipunktelinie. Just in einem Moment, wo Uni Basel wieder an den Luzernerinnen dran war (49:50).

Skoubys folgenschwerer Misstritt

Doch das Unheil hatte für die Baslerinnen bereits nach 58 Sekunden begonnen. Megan Skouby knickte um und zog sich eine Bänderverletzung zu. Der 196 Zentimeter grosse US-Center wurde von Uni-Trainerin Ina Nicosia-Schelker in einem Schnellverfahren «kuriert» und kam, stark hinkend, nach sechs Minuten wieder aufs Spielfeld und «spielte» dann durch. Als Skouby sich verletzte, führte Basel mit 3:2 – als sie zurückkehrte, stand es 7:16.

Schien die Partie nach den ersten zehn Minuten entschieden zu sein – der Gast führte mit 24:9 – wurde man in der Folge eines Besseren belehrt. Man hatte nicht mit der Moral und dem Kampfwillen der Uni-Schweizerinnen gerechnet. Angeführt von einer grandiosen Jessica Gonzales-Campo (25), die ein für eine Frau einzigartiges Power-Basket mit einem unverschämten Ballhandling zelebrierte, schaffte der Neuling gegen den Mitaufsteiger im letzten Viertel oftmals fast den Gleichstand. Eva Moldovanyi brillierte mit Distanzwürfen und Punkten unter dem Korb, während Marisa Heckendorn ihrem Kosenamen «Bulldogge» alle Ehre machte und Uni Basel oftmals einen zweiten oder gar dritten Angriffsball erlaubte. Nach 36 Minuten, beim Stand von 55:59, schien jeder Ausgang möglich. Doch dann riss der Film beim Gastgeber und zwei Minuten später stand es 55:71 – «der Mist war geführt», wie ein Zuschauer enttäuscht meinte.

Beim Gast gefiel die 19-jährige Vanessa Dorestand. Die dunkelhäutige Innerschweizerin lieferte sich mit Gonzales-Campo ein superbes Spielmacherduell auf Augenhöhe, das allerbeste Kost bot. Lu-Town konnte sich mit JoAnn Hamlin und Jamila Griffith auf zwei solide US-Profis verlassen, während bei Uni die Amerikanerinnen mangels Klasse (Cole) und wegen Verletzung (Skouby) kein Faktor waren. Dafür kamen die Schweizer Spielerinnen umso mehr zur Geltung, was für den Frauen-Basketball nachhaltiger sein dürfte.