«Vor jedem Kranzfest esse ich seit Jahren eine gehörige Portion Tatar. Diese spezielle Vorbereitung geniesse ich im Regelfall mit Schwingerkollegen, vielfach mit Remo Kocher, Roger Erb und Henric Thönen.» Dass dieses Quartett «Schwingerportionen» zu essen vermag, erzählt Henzer locker und heiter zugleich. «So plus/minus zwei Kilogramm stellen für uns kein Problem dar», sagt der aktuelle Rekordkranzer des Basellandschaftlich Kantonalen Schwingerverbandes (BLKSV), der als gelernter Metzger als Lehrlingsausbildner im Schlachthof Basel seinem Broterwerb nachgeht.

Das Essen ist natürlich nur ein Pfeiler seiner zielgenauen Vorbereitung für das «Eidgenössische» in Burgdorf. «Ich besuche alle Nordwestschweizer und kantonalen Zusammenzüge und schwinge dreimal pro Woche mit meinen Vereinskollegen vom Schwingclub Binningen. Zwei zusätzliche Krafttrainings ergänzen mein Programm, notabene neben einem 100-Prozent-Arbeitspensum.»

Debüt vor 16 Jahren

Der 1, 80 Meter grosse und 93 Kilogramm schwere Schwinger des SCB ist seit vielen Jahren ein Aushängeschild des BLKSV. Er hat vor sechzehn Jahren am Teilverbandsfest in Lostorf/SO als Kranzer debütiert; hinzu kamen bis heute weitere 58 Eichenlaub-Auszeichnungen. Viele davon sind wertvoll. Ganz speziell ist zweifelsohne sein Eichenlaub, das er sich auf der Rigi und auf dem Stoos vor fünf Jahren erkämpft hat. «Heuer will ich den Weissensteinkranz. Den habe ich noch nicht und ich sage es deshalb klar und deutlich: Der eigene Bergkranz muss her.» Dass dieses Unterfangen realistisch ist, steht zweifelsfrei fest. Es ist gleichermassen auch so, dass Andreas Henzer mit (bald) sechzig Kränzen der mit Abstand erfolgreichste Aktive des Kantonalverbandes in der jüngeren Vergangenheit ist. Michael Gschwind hat aktuell «nur» 33 Kränze und Cédric Huber als Dritter mit 22-mal Eichenlaub werden es diesbezüglich kaum mehr schaffen.

Kranz im Emmental als Ziel

Andreas Henzer wird bis zum Selektionsdatum des «Eidgenössischen», am 4. August, alle Kranzfeste im Teilverband bestreiten. «Ich hoffe, dass ich in Burgdorf mein fünftes «Eidgenössisches» bestreiten kann. «Der Kranz muss im Emmental das Ziel sein», sagt er. Seine Rückenverletzung ist ausgeheilt, weshalb er mit Zuversicht und positiver Einstellung seine weiteren Ernstkämpfe bestreiten wird.

Wenn er einst abtreten wird, wird er zu den erfolgreichsten Schwingern im Kanton Basel-Landschaft gehören. Unerreicht bleiben wird allerdings Schwingerkönig Peter Vogt, der mit 75 Kränzen, darunter sieben «Eidgenössischen» in Folge, nach wie vor als Genie bezeichnet werden kann.