Dank einer ausserordentlichen Regelung mit je drei Gästen aus drei anderen Teilverbänden ist Jahr für Jahr eine erstklassige Besetzung gewährleistet. Diesmal dominierten die Innerschweizer, während die gastgebenden Nordwestschweizer schwächelten.

Am Vormittag entzückte der 18-jährige Entlebucher Joel Wicki mit seinen wuchtigen Kurzzügen. Im zweiten Wettkampfteil setzte sich die technische Klasse des Schwyzer Routiniers Andreas Ulrich durch. Erst räumte er Schwingerkönig Arnold Forrer mit einem brillanten Fussstich aus dem Weg.

Dann taktierte er im Schlussgang gegen den Thurgauer Tobias Krähenbühl geschickt. Weil ihm ein «Gestellter» genügt hätte, dosierte er sein Angriffsrisiko, hielt den Rhythmus aber hoch. In der siebten Minute überrumpelte er den Turnerschwinger mit einem blitzartig angesetzten Lätz.

Ulrichs ausgefeilte Technik

Der bescheidene 30-jährige Landwirt aus Gersau jubelte kurz, aber intensiv. Beim dritten Anlauf für einen Kranzfestsieg in der Nordwestschweiz ging endlich alles auf. 2010 am Teilverbandsfest in Grenchen und 2012 am Baselstädtischen Schwingertag hatte ihn die Einteilung aus der Entscheidung gebremst. Dies sei das Los als Gastschwinger, wollte er nichts von einer Verärgerung wissen.

Auch beim dritten Anlauf erhielt der Gastschwinger allerdings durchwegs schwierige Gegner zugeteilt. Doch mit Ausnahme des ultradefensiven Baselbieters Andreas Henzer bezwang er alle. Mit 100 kg unter den Spitzenschwingern ein «Leichtgewicht», überzeugte Andreas Ulrich auch in Basel mit einer ausgefeilten Technik.

Seine fünf Siege realisierte er mit fünf verschiedenen Schwüngen. Entsprechend gönnten ihm alle den Triumph von Herzen. «Das ist ein spezieller Erfolg», ordnete er seinem vierten Kranzfestsieg eine hohe Bedeutung zu. Nach zwei Rückenoperationen gab Andreas Henzer ein erstaunliches Comeback. Der 36-jährige Schönenbucher bestätigte seine Rolle als Favoritenbremser.

Baselbieter nicht mit bestem Tag

Zum Schluss benötigte er allerdings gegen das Zofinger Schwergewicht Patrick Räbmatter die Gunst des Kampfrichters für den Kranzgewinn. Der einzige Stadtbasler im 113-köpfigen Teilnehmerfeld, Henryc Thoenen, erlitt Niederlagen gegen zwei Gäste, erfüllte aber die Pflicht und sicherte sich mit dem abschliessenden schnellen Erfolg über den St. Galler Gastschwinger Fredi Kohler souverän doch noch Eichenlaub. Sein Trainingsrückstand war dennoch erkennbar.

Dank weiteren Kranzgewinnen durch Patrick Waldner und Christian Brand ergatterte der Basellandschaftliche Kantonalverband immerhin drei Auszeichnungen, obwohl Roger Erb, Marc Stoffel und Michael Gschwind nicht ihren besten Tag erwischten. Bei der Rangverkündigung stand nebst Andreas Ulrich der Solothurner Bruno Gisler im Mittelpunkt. Er liess sich für seinen 100. Kranzgewinn feiern.