FC Basel
Angriff total beim FCB: Zehn Spieler für drei Positionen

Nie war der FC Basel in der Offensive breiter aufgestellt als jetzt. Damit hat Trainer Urs Fischer zum Saisonstart aber auch die Qual der Wahl.

Jakob Weber
Merken
Drucken
Teilen
Kevin Bua (r.) schaut sich das Testspiel mit Präsident Heusler, Sportchef Heitz und der Medienchefin Andrea Roth an.

Kevin Bua (r.) schaut sich das Testspiel mit Präsident Heusler, Sportchef Heitz und der Medienchefin Andrea Roth an.

Steffen Schmidt/freshfocus

Bislang hat mit Breel Embolo, der beim FC Schalke in der Bundesliga den nächsten Schritt machen will, nur ein Stürmer den FC Basel verlassen. Ersetzt wurde der Publikumsliebling nun gleich dreifach. Mit dem 28-jährigen ehemaligen YB-Stürmer Seydou Doumbia kam aus Rom ein Spieler von Format, der zwar noch nicht ganz fit ist und im letzten Jahr in Italien nie ganz glücklich wurde, seine Qualitäten in den Jahren zuvor aber bei ZSKA Moskau unter Beweis gestellt hat.

Zudem verstärkte sich der FCB mit zwei weiteren talentierten jungen Spielern: dem norwegischen Internationalen Mohamed Elyounoussi aus Molde und mit Kevin Bua vom FC Zürich. Die beiden Spieler ähneln sich. Beide können wie Embolo sowohl auf der Aussenbahn als auch im Sturmzentrum eingesetzt werden, und beide stehen am Anfang einer vielversprechenden Karriere.

Der Konkurrenzkampf

Die Offensivtransfers verblüffen, wenn man bedenkt, dass mit dem Slowenen Andraz Sporar und dem Genfer Dereck Kutesa, die beide im Winter verpflichtet wurden und dann lange verletzt waren, zwei weitere Offensivkräfte vor der Rückkehr ins Team stehen und die grosse Baustelle des FCB eigentlich die Suche nach einem neuen Innenverteidiger ist.

Eines steht damit jetzt schon fest: FCB-Trainer Urs Fischer hat zu Saisonbeginn im Angriff die Qual der Wahl: Janko, Doumbia oder Sporar für das Sturmzentrum, Steffen, Calla, Elyounoussi, Boetius, Bua, Kutesa und Bjarnason für die Flügelpositionen. Aus zehn mach drei heisst die Devise. Der Konkurrenzkampf ist so gross wie nie.

Klar, dass bei einem solchen Überangebot sofort über potenzielle Abgänge spekuliert wird. Islands EM-Held Birkir Bjarnason ist nach den guten Auftritten in Frankreich wohl auf den Notizblöcken von so manchen Scouts zu finden, und auch wenn sich der Isländer in Basel wohlfühlt, ist ein Abgang nicht unwahrscheinlich.

Noch ist beim FCB kein konkretes Angebot für den 28-Jährigen eingegangen, doch im Fussball geht es ja bekanntlich manchmal sehr schnell. Vor allem wenn ein Verein aus der finanzkräftigen englischen Premier League anklopft, könnten Birkir Bjarnason und die FCB-Verantwortlichen schwach werden. «Dann spielt es auch keine Rolle mehr, dass der FCB in der Champions League spielt. In England herrschen ganz andere Lohnverhältnisse», erklärt FCB-Präsident Bernhard Heusler die Sachlage.

Auch Jean-Paul Boëtius gehört zu den Kandidaten, die den FCB nach nur einem Jahr wieder verlassen könnten, sollte sich der Holländer wieder nur auf der Reservebank finden. Bis zum 31. August – zu diesem Zeitpunkt sind in der Super League bereits sechs Spieltage gespielt – sind Spielerwechsel möglich. So lange ist das Transferfenster geöffnet. Es ist anzunehmen, dass sich die Reihen im Basler Offensiv-Dschungel bis dahin ein wenig gelichtet haben.

Ein schwieriger Markt

Schon vorher will der FC Basel aber den sehnlichst erwarteten Neuzuzug eines zentralen Verteidigers verkünden. Auch Präsident Bernhard Heusler will den Neuen so schnell wie möglich auf dem Trainingsplatz sehen, doch für die optimale Lösung benötigt es eben auch Zeit: «Der Markt für die Position des Innenverteidigers ist einer die schwierigsten. Da geht es halt manchmal ein wenig länger. Wir wollen keinen Schnellschuss riskieren», erklärt Heusler. Es kann sich nur noch um Tage handeln.

Bis es so weit ist, herrscht aber vor allem in der Offensive ein Gedränge um die Stammplätze.