Die Geschichte wiederholt sich: Einmal mehr kam der Gegner des FC Basel U21 mit verhältnismässig wenig Aufwand zu seinen Treffern. Dieses Wochenende war es der Nachwuchs des FC Sion, der profitierte und mit 2:0 gewann. «Das Resultat geht in Ordnung. Die Walliser mit ihren vielen grossgewachsenen und schnellen Spielern hatten mehr Qualität», gab Arjan Peço zu. Dann sagte der FCB-U21-Trainer das, was er in den vergangenen Wochen nach praktisch jedem Match sagte: «Im Moment kriegen wir zu viele vermeidbare Tore!»

Im Walliser Tourbillon schüttelte Cleilton Monteiro seinen Gegenspieler mit einem Antritt gar einfach ab und flankte auf den Kopf von Philippe Almeida, der zehn Meter vor dem Basler Tor nicht wirklich bedrängt wurde (26.). Kurz nach der Pause doppelten die Sittener nach: Anstatt den schnellen Jared Khasa abzudrängen, liess FCB-Verteidiger Konstantinos Dimitriou den Franzosen ziehen und riss ihn im Sechzehner um. Den fälligen Penalty verwandelte Monteiro sicher. 

«Aufbaugegner gibt es keine»

«Es ist wie es ist», seufzte Peço, der den Hebel bei den eigenen Spielern ansetzen will. «Wir müssen uns weiterhin voll reinhängen und die Fehler korrigieren. Aufbaugegner gibt es in der Promotion League nämlich keine.» 

Eine Etage tiefer scheint diese Aussage ebenfalls Gültigkeit zu besitzen. Dies mussten die Old Boys erfahren, denn nach zwei Siegen ohne Gegentor gingen die Gelbschwarzen zu Hause gegen den Tabellenletzten Goldau mit 1:4 unter.

Kopfsache

Aziz Sayilir hatte den Grund für die höchste Saisonniederlage im mentalen Bereich ausgemacht: «Fussball ist Kopfsache. Die tolle Stimmung und die guten Trainingsleistungen nützen dir alles nichts, wenn du am Spieltag nicht bei der Sache bist.» Der OB-Trainer ärgerte sich, dass seine Equipe nicht ihre Stärken zum Tragen gebracht hatte. «Wir sind dann am besten, wenn wir konzentriert defensiv stehen und schnell in die Spitze spielen können.»

Diese Taktik wendeten die Schwyzer an und luden die Old Boys zum Spielen ein. Vermeidbare Ballverluste und verlorene Zweikämpfe führten dazu, dass die Gäste auf der Schützenmatte nach 34 Minuten mit 3:0 in Führung lagen. «Danach war es ein anderes Spiel, der Gegner hatte praktisch alle Leute im Sechzehner», erklärte Sayilir und sah, wie sich seine Mannschaft vergeblich die Zähne ausbiss. Ein Abstaubertor von Reginald Faria in der Nachspielzeit war lediglich Resultatkosmetik.

Zwei Punkte auf einen Absteigsrang

Die Abstiegsplätze sind nach der Niederlage nur noch zwei Punkte entfernt. «Druck ist immer da. Es liegt an uns, mit welcher Einstellung wir die nächsten Partien bestreiten», sagte der OB-Trainer. Dass drei der nächsten vier Gegner vor der Winterpause ebenfalls hinten stehen, ist für Aziz Sayilir kein Grund zur Beruhigung – im Gegenteil: «Auch die Teams hinter uns können alle Fussball spielen!» 

Den positiven Kontrast im trüben Basler Fussballherbst bildet weiterhin der FC Black Stars. Die Truppe von Trainer Samir Tabakovic blieb auch im 10. Saisonspiel ungeschlagen und führt weiterhin die Tabelle an. Beim Auftritt in Zofingen gaben die schwarzen Sterne allerdings zwei Punkte ab. In einem abwechslungsreichen Match war der Leader zwar die leicht bessere Equipe, doch der spielstarke 1.-Liga-Aufsteiger verdiente sich den Zähler mit einem frechen Auftritt.

Positiv aus Sicht der Gäste war, dass man zweimal auf einen Rückstand reagieren konnte. Dino Babovic (13.) und Moyo Uruejoma (66.) schossen die Tore für die Basler, die am Schluss mit Vehemenz den dritten Treffer suchten. Doch die couragierten Aargauer hielten bis in die 96. Minute dagegen, sodass es beim 2:2 blieb.