Basketball NLA
Antonio Hester kam, spielte – und die Starwings siegten

Neun Spiele, neun Niederlagen. Doch in den beiden letzten Matches gegen Boncourt und gestern Nachmittag in einer gutgefüllten Sporthalle und stimmungsvollem Ambiente gegen Lugano haben die Baselbieter Basketballer zwei Siege eingefahren.

Georges Küng
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Antonio Hester (rechts), der «Man of the match».

Antonio Hester (rechts), der «Man of the match».

zvg

Nach 43 Sekunden holte er sich einen Offensiv-Rebound und erzielte den ersten Korb und die ersten Punkte für die Starwings. Er blockte, er reboundete, hatte aber nach sechs Mi­nuten auch schon sein zweites persönliches Foul, denn sein Antipode ist Juwann James, einst der Meistermacher in Genf, der seit zwei Wochen für die Lugano Tigers spielt.

Aber Antonio Hester hat aus Florida nicht nur den Sonnenschein mitgebracht, sondern auch viel Basket-Klasse. Wer den internationalen Basketball verfolgte, konnte ahnen, dass «Don Antonio» einiges kann.

Antonio führte die «Wings» zum Sieg

Das hat er bei seiner Première in der Sporthalle Birsfelden be­wiesen. Er hatte in Island die Meisterschaft – erfolgreich – beendet, flog nach Miami, um am nächsten Tag wieder auf den alten Kontinenten zu spielen. Man spürte die positive Energie, welcher dieser Mann, der alles ordentlich gut kann, verströmte.

Lugano ist nicht mehr «grande» und unantastbar. Aber die Tessiner haben vier überdurch­schnittliche US-Profis, einen 213 Zentimeter grossen US-Schweizer Alex Wilbourn und ei­nen erfahren Spielmacher, den Italiener (Grenzgänger) Andrea Bracelli. Bei der Saisonpre­mière in Lugano hatten die Tigers gegen die «Wings» klar mit 95:73 verloren. Bereits nach 20 Minuten war damals der «Mist» (im wahrsten Sinne des Wortes) bei 31:51 gegessen.

Der Vergleich der Birsfelder gegen die Südschweizer lebte von der Spannung; jedes Team hatte starke Phasen und Perioden, in denen (zu) vieles Bruchstück blieb. Aber wir wollen hier keine Einzelkritik anbringen – einzig bei Center Ryan Smith sind grosse Bedenken an­gebracht, wenn ein 22-jähriger Boy, mit 211 Zentimeter, keine zwei Zentimeter vom Boden hochkommt und alles lethargisch, pomadig und in Zeitlupen-Tempo stattfindet. Ein zweiter Antonio Hester auf dieser Position – und die Starwings würden die Top-Teams fordern.

Zwei Eigengewächse brillierten

Und was im Telegramm nicht zum Vorschein kommt, aber statistisch belegt ist. Die beiden Birsfelder Eigengewächse, Branislav Kostic (sein Dreier war vorentscheidend) und Ales­sandro Verga (grandiose Defense-Arbeit auf grössere, stärkere und schnellere Gegenspie­ler), wiesen mit +15 und +13 die besten Werte aller 16 eingesetzten Akteure.

Aber «man of the match» war Last-Minute-Zuzug Antonio Hester. Wenn er sein Level halten kann (oder gar weiter steigern) und die Eigenfehler seiner Mitspieler (Justin Mitchell, Sébastien Davet) reduziert werden, wird es eine bessere Rückrunde geben.

Matchtelegramm

Starwings – BC Lugano 68:64 (35:38)

Sporthalle Birsfelden. – 500 Zuschauer (Gratiseintritt). – SR: Novakovic/Curty/Jeanmonod.

Starwings: Mitchell (11), Kostic (6), Fuchs (7), Hester (17), Calasan (16); Davet (2), Smith (9), Ver­ga; Christmann, Fasnacht, Pausa.

Lugano: Pollard (11), Bracelli (3), Stevanovic (5), James (24), Berry (13); Green (7), Wilbourn, Mussongo (1); Bortolin, Lukic.

Bemerkungen: Starwings ohne Herrmann (krank) und Streich (verletzt). - Lugano komplett. – Vier­telsresultate: 13:12, 22:26 (35:38); 16:14 (51:52) und 17:12 (68:64). – Fouls: Starwings 17, Lugano 20. - Zu den besten Spielern wurden Antonio Hester und Juwann James gewählt.