Danilo Casanova muss sich die Aussage immer wieder anhören: «Du machst in Honolulu doch sowieso nur Ferien.» Der Arisdorfer nimmt es längst mit Humor. «Es ist natürlich viel anstrengender hier, als viele denken.» Seit 2011 ist Casanova in Honolulu in einem College-Team und macht nebenbei den Bachelor-Abschluss. Nach Hawaii kam der 23-Jährige über einen Freund, der ihm die Schule auf der Surfer-Insel schmackhaft gemacht hat. Bei einem internationalen Turnier in der Türkei wurde er dank starken Leistungen von einem Scout entdeckt und nach Hawaii eingeladen. «Ich hatte diverse Anfragen, auch aus New York. Aber in Hawaii stimmt das Gesamtpaket», sagt Casanova.

Cleverness ist gefragt

Auf der Insel trainiert der ehemalige Old-Boys-Spieler täglich. Unter grossem Konkurrenz-Kampf. Acht Spieler drängen sich jeweils für die Partien auf. Mittlerweile hat sich Casanova aber im Team etabliert und ist meist an zweiter oder dritter Stelle gesetzt. «Es ist schon ein ganz anderer Druck als im Interclub, wo ich immer gespielt habe», sagt Casanova. Zurzeit befindet sich der Baselbieter mitten in der Saison, welche jeweils von Januar bis Mai ausgetragen wird. «In dieser Zeit ist es nicht immer einfach, Sport und Schule unter einen Hut zu bekommen.» Vier bis fünf Mal reist er pro Saison mit seinem Team aufs Festland und spielt in seiner Conference um die Promotion in die nationale Meisterschaft. Mit dem zweiten Platz wurde das Ziel im Vorjahr knapp verpasst, in dieser Saison soll es endlich klappen. «Das Niveau ist mit der NLB in der Schweiz vergleichbar. Es wird aber deutlich weniger Wert auf Technik, sondern vermehrt auf Sicherheit und Cleverness gelegt», weiss Casanova.

Keine Rückkehr zu den Old Boys

Das Abenteuer auf Hawaii dauert für den Tenniscrack noch bis im kommenden Dezember. Dann schliesst er den Bachelor in International Business und Financing ab. Anschliessend will Casanova noch den Master anhängen, womöglich in Europa oder in den USA. Entschieden ist aber noch nichts. So oder so will Casanova irgendwann wieder in die Schweiz zurückkehren. Dass er sich wie früher wieder den Old Boys anschliesst, ist allerdings unwahrscheinlich. Während Casanovas Aufenthalt hat sich die Basler Traditionsmannschaft aufgelöst. «Eine bittere Massnahme. Leider bekommt das Tennis in der Region Basel nicht den Stellenwert, den es verdient hätte.»