FC Basel

Armer Jonas Omlin! – Drei Erkenntnisse aus dem 2:4 in Thun

Jonas Omlin musste einige Male hinter sich greifen – nur seine Schuld ist das nicht.

Jonas Omlin musste einige Male hinter sich greifen – nur seine Schuld ist das nicht.

Der FC Basel verliert im Berner Oberland nach einer 2:0-Führung, weil er gegen Ende der Partie den Kopf verliert. Zwar bleibt er auf Platz 2, aber ausser Schlusslicht Xamax hat niemand so viele Gegentore kassiert wie FCB-Keeper Jonas Omlin. Die Erkenntnisse aus der jüngsten Pleite.

Nach drei Siegen in Serie fährt der FCB die dritte Saisonniederlage ein. Zugleich feiert der FC Thun den ersten Sieg gegen den grossen Gegner aus dem Dreiländereck seit sechs Jahren. Das sagt viel aus über den momentanen Zustand des FC Basel. Eine Analyse in drei Akten. 

Der FCB ist zur Schiessbude verkommen

Jonas Omlin kann einem leid tun. Da steht er nach einer 2:4-Klatsche gegen den eigentlich viel tiefer eingestuften FC Thun vor den Mikrophonen und wird gefragt, wie sehr er sich über das Nati-Aufgebot freut. Kurz nach Schlusspfiff hat er von Goalietrainer Massimo Colomba erfahren, dass er erstmals überhaupt das Dress der Nationalmannschaft überstreifen darf. Omlin zeigt sich ähnlich souverän wie zuvor während der Partie, sagt: «Natürlich macht mich das stolz, auch wenn ich mich jetzt noch nicht wirklich freuen kann.» Vier Mal musste er den Ball aus den Netz klauben. Der FCB hat eben die Gegentore Nummer 25 bis 28 kassiert. 28:28, das Torverhältnis. Vor fünf Jahren haben die Basler während der gesamten Saison (36 Spiele, zur Erinnerung) bloss drei Tore mehr kassiert als nun nach 14 Runden. Der FCB ist zur Schiessbude verkommen. Bloss Tabellen-Schlusslicht Xamax hat noch mehr Tore (30) hinnehmen müssen. 

YB spielt in anderen Sphären

Vom Meistertitel wollte schon vor der letzten Runde niemand in Basel sprechen. Jetzt ist der Vorsprung der Berner um drei Punkte angewachsen. Mit 37 Zählern auf dem Konto liegen sie 14 Punkte vor dem zweitplatzierten FCB. 14 Punkte nach 14 Runde – eine Weltreise. Das kommt noch krasser zum Ausdruck, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Punkte den Letzten aus Neuenburg und den Zweiten vom Rheinknie liegen. Es sind deren 13. Die Berner rennen in der Champions League zwar hinterher, aber der heimischen Liga sind sie enteilt. Noch vor zwei Jahren tönte es genau gleich in Basel. Im zweiten Jahr unter Urs Fischer lagen die Basler nach 14 Runden mit 38 Punkten an der Spitze des Klassements, gefolgt vom FC Sion mit 26 Punkten und YB mit 23 Punkten. In der Königsklasse schied man in der Gruppenphase gegen Arsenal, Paris St. German und Ludogorets Rasgrad mit mageren zwei Pünktchen aus sechs Spielen aus. 

Der Verletzungshexe gefällt es beim FCB

Kevin Bua muss in der Pause mit Problemen am Sprunggelenk runter und wird durch Dimitri Oberlin ersetzt. Wie lange der Flügel ausfällt und wie gravierend die Verletzung ist, ist noch nicht publik. Aber nach Kuzmanovic, Xhaka, Stocker, Suchy, Campo, Zambrano, Omlin, Okafor, Balanta und Petretta ist er der elfte Spieler, der sich verletzt. Zuletzt wurde vor allem die Defensive von den Verletzungen immer wieder durchgerüttelt, jetzt trifft es einen Angreifer. Dabei schien Marcel Koller nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Xamax endlich seine Stammelf gefunden zu haben, begann bis und mit dem Thun-Spiel vier Mal mit der gleichen Elf. Sollte sich Bua bis Ende der Länderspielpause nicht erholen, wäre Koller erneut zum Umdenken gezwungen, was es nach dem Thun-Spiel vielleicht auch braucht. 

Meistgesehen

Artboard 1