Boxen

Arnold Gjergjaj bezwingt Gogita Gorgiladse in Runde 2 durch K.O.

In der zweiten Runde schlug Gjergjaj seinen Gegner K.O.

Zum ersten Mal in der Geschichte des nationalen Boxverbands Swiss Boxing ist Pratteln Austragungsort eines Boxmeetings. Dabei bezwang Lokalmatador Arnold Gjergjaj seinen Gegner bereits in der zweiten Runde.

Allein die Tatsache, dass rund 750 Menschen ins Kultur- und Sportzentrum (Kuspo) kommen, um der „Nacht der Lokalmatadoren“ beizuwohnen, macht die Premiere zum Erfolg. Triebfeder des Events ist Arnold Gjergjaj, der seit seiner Ankunft aus dem Kosovo vor 18 Jahren in Pratteln heimisch ist. «Pratteln hat mir sehr viel gegeben. Mir war immer klar, dass ich etwas zurückgeben will», betont der Schwergewichtsboxer. 

Der erste Lokalmatador, der nach mehreren Amateurkämpfen den Ring betritt, ist Ismael Martinez. Der Spanier gewinnt seinen Fight im Mittelgewicht gegen den Georgier Levan  Ulikhianani nach Punkten und lässt das Publikum jubeln. «Und jetzt feuern wir alle gemeinsam Arnold an», ruft der 31-Jährige ins Mikrofon, um die Stimmung weiter anzuheizen.

Fokus auf dem Sportlichen

Entsprechend laut wird es, als der Star des Abends sich den Weg zum Ring bahnt. Der 33-Jährige kostet den Heimvorteil aber nicht aus, macht keine grosse Geste und winkt niemandem zu. Der Fokus liegt allein beim Sportlichen. «Natürlich wusste ich, dass meine Familie, meine Freunde und sehr viele Bekannte da waren. Aber das musste ich ausblenden, schliesslich ging es in diesem Moment um mich», so Gjergjaj. Denn der Vergleich mit Gogita Gorgiladse ist mehr als nur ein weiterer Kampf, es soll nach den Niederlagen gegen David Haye und Sean Turner der erste Schritt auf dem Weg zurück an die Spitze sein. 

So konzentriert wie vor dem Kampf ist der 33-Jährige auch, nachdem der Gong ertönt. „The Cobra“ hat im Vorfeld viel im mentalen Bereich gearbeitet und hält sich streng an den Plan. Dieser lautet, seinen Gegner in der ersten Runde mit dem linken Jab auf Distanz zu halten und in Runde 2 mit der Rechten zuzuschlagen. Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts landet der 107-Kilogramm-Fighter mit seiner Rechten zwei Wirkungstreffer. Gorgiladse wird angezählt, steht aber wieder auf. Obwohl der Georgier benommen wirkt, schafft er es in der Folge, Gjergjaj mehrfach zu treffen. Doch der nächste Schlag des Prattlers, es ist ein Jab mit der Linken, der in Gorgiladses Gesicht landet, schickt den Aussenseiter endgültig auf die Bretter. Nach 112 Sekunden in der zweiten Runde heisst der Sieger Arnold Gjergjaj.

«Wäre bereit für acht Runden gewesen»

«Es ist ein sehr schönes Gefühl», sagt der Lokalheld nach seiner Rückkehr auf die Siegerstrasse und wähnt sich «auf dem richtigen Weg. Aber ich brauche noch ein paar Kämpfe, um auf mein Top-Niveau zu kommen.» Dass das Duell gegen Gorgiladse möglicherweise zu kurz für eine echte Standortbestimmung gewesen ist, verneint er. «Im Boxen kann man die Dauer eines Kampfs nicht planen. Ich habe hart trainiert und wäre bereit gewesen, über die vollen acht Runden zu gehen.» 

Nach dem Sieg beginnt im Ring eine Fotosession der ungewöhnlichen Sorte. Die vielen Bekannten, die im Publikum sitzen, begrüssen den Boxer persönlich und lassen sich mit ihm ablichten. Der bestens gelaunte Arnold Gjergjaj ist für jeden Schwatz, jede Umarmung und jedes Bild zu haben. Ringsprecher Benjamin Bruni muss nach einer Viertelstunde alle bitten, den Ring zu verlassen, damit dieser abgebaut werden kann. Also wird die Sache einfach nebendran fortgesetzt. 30 Minuten nach Kampfende sind die meisten Besucher mittlerweile an der Bar im Kuspo, doch Lokalmatador Gjergjaj ist immer noch in kurzen Hosen in der Halle auf Tuchfühlung mit den Fans und zeigt auf seine Art, dass er in der Tat genug Luft für acht Runden gehabt hätte.

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