In Frenkendorf wird der Nachwuchs früh gefördert. Ergebnis: Den Final der Wintermeisterschaften in der Kategorie Zwölfjährige und jünger bestritten zwei Athleten der TIF Tennis Academy. «Als Trainer eine schwierige Situation. Und gleichzeitig toll: schliesslich hatten wir bereits Gold und Silber auf sicher», sagt der Head-Coach der Tennis Intensiv-Förderung Rodolphe Handschin. Eine Überraschung gab es trotzdem: Nicolas Küpfer, der Favorit aus Arlesheim, stolperte über seinen Kollegen Nicolaj Talimaa aus Magden. «Langfristig gesehen war es eine gute Erfahrung für Nicolas einmal zu verlieren – und Nicolaj hatte das bislang stärkste Wochenende seiner Karriere», ordnet der Trainer das Spiel ein.

Nichtsdestotrotz reist Nicolas Küpfer als Nummer eins seiner Kategorie nach Lausanne zu den Schweizer Sommermeisterschaften, die von heute bis Samstag dauern. Als direkt Qualifizierter wird der Zwölfjährige sein erstes Match erst morgen früh bestreiten. Am Nachmittag wird er zusammen mit Lukas Vontobel aus Gelterkinden auch in die Doppel-Konkurrenz einsteigen. Die zwei Spieler, in der Einzelkonkurrenz als Nummer eins und zwei gesetzt, werden für die anderen Paarungen eine echte Knacknuss sein. «Um dieses Duo zu schlagen, muss sich die Konkurrenz schon etwas Besonderes einfallen lassen», urteilt Handschin.

Region stark vertreten

Als Reaktion auf die immer strengeren Selektionskriterien des Verbandes hat man bei der Academy auf dem Bächliacker reagiert und trainiert noch früher, noch professioneller. Dieser Aufwand wird mit einer elfköpfigen Equipe alleine in der Kategorie Zwölfjährige und jünger belohnt. Insgesamt reisen 18 Academy-Athleten zu den Titelkämpfen. Die Region wird zusätzlich noch von fünf weiteren Spielern vertreten, darunter Melanie Vidovic (14&U), die sich im Interclub mit dem Basler LTC in der Nationalliga B behaupten konnte.

Wie zum Beweis, dass im Tennis schon früh professionell gearbeitet werden muss, gibt es in diesem Jahr sogar erstmals die Kategorie 10-Jährige und jünger. Auffällig ist aber: So gut die Region bei den Jüngsten vertreten ist, so dünn gesät sind die Basler Talente bei den älteren Junioren. Einzig Joël Weller vom TC Sissach darf sich in der Qualifikation der 18-Jährigen versuchen. Handschin ist sich dieses Problems bewusst. Aktuell könne man nur darauf setzen, dass es zwei, drei Spieler aus dieser grossen Gruppe bei den Jüngsten bis an die Spitze schaffen. «Mir ist ein dritter Platz 16&U lieber als ein erster Platz 12&U», stellt Handschin klar. Er meint, dass sie das Patentrezept für den Erfolg noch nicht gefunden hätten, «aber wir wissen bestimmt, wie es nicht geht.»

Im Alter von «Küpfi», wie Nicolas Küpfer gerufen wird, sei die allgemeine Ausbildung am wichtigsten, die Spezialisierung komme erst später. Dieser war bislang vor allem in der Defensive stark. Im Training wurde nun versucht, das Angriffsspiel zu verbessern, damit Nicolas zu einem Konterspieler heranreifen kann und nicht von den offensiven Gegnern über den ganzen Platz gejagt wird.

Nicolas selbst, übrigens ein bekennender Djokovic-Fan, der aber Federer den Wimbledonsieg gewünscht hätte, will in der Romandie zeigen, was er kann. Besonders freut er sich aber auf das «Doppel mit Vonti, das wird cool.» In Frenkendorf steht neben dem klaren Bekenntnis zum Leistungssport auch der Teamgedanke hoch im Kurs.