Schwingen
Auch in der Sportler-RS gilt: Des einen Leid ist des andern Freud

Der Leimentaler Roger Erb besucht zurzeit die 18-wöchige Sportler-RS in Lyss. Der 20-Jährige hofft, dass er sich dabei ein paar Tricks vom König abschauen kann. Denn auch Schwingerkönig Kilian Wenger ist zurzeit in der RS.

Philippe Feller
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Roger Erb im Dienst: Im Gegensatz zu anderen gefällt es dem Schwinger in der Rekrutenschule. Schweizer Armee ZEM/ZVG

Roger Erb im Dienst: Im Gegensatz zu anderen gefällt es dem Schwinger in der Rekrutenschule. Schweizer Armee ZEM/ZVG

«Mir gefällt es hier.» Für Roger Erb vom SK Oberwil ist die Rekrutenschule eine willkommene Abwechslung. «Es ist mir durchaus bewusst, dass wir nicht dasselbe Programm wie beispielsweise die Panzer-Grenadiere abspulen, dennoch ist es anstrengend.» Im Gegensatz zu den meisten Männern, welche die RS nur widerwillig absolvieren, geniesst Erb seine Zeit im Militär und scheint Freude daran zu haben.

Für den 20-Jährigen bieten sich während diesen 18 Wochen Möglichkeiten, die er sonst nicht hat. Diese sind umso wertvoller, weil sich Erb Ende 2011 das Kreuzband gerissen hat und erst seit diesem Sommer wieder beschwerdefrei trainieren kann. Der gelernte Landmaschinenmechaniker kann nach den militärischen Übungen und Theoriestunden am Morgen – Erb absolviert zurzeit die Grundausbildung, wie jeder andere junge Mann auch, der in den Dienst der Nation tritt – den Nachmittag dazu nutzen, um zu trainieren. «Meistens werden wir so um 13 Uhr hier in Lyss abgeholt und nach Magglingen transportiert. Dort können wir mit unseren Trainern oder für uns selbst trainieren», erzählt Erb.

Zweimal in der Woche kommen seine Trainer vom Schwingerklub Oberwil, um mit Erb zu trainieren. Für den 20-Jährigen sind das Umstände, die er sich zuvor nur erträumen konnte. Im normalen Alltag kann er bei weitem nicht so viele Stunden in sein Training investieren. Arbeiten von morgens früh bis abends spät, dem Vater auf seinem Hof behilflich sein – da bleibt nicht mehr viel Zeit, um seinem Sport nachzugehen.

«Speziell ist auch, dass ich zusammen mit Sportlern von vielen verschiedenen Sportarten zusammen bin. Ich bekomme täglich Einblicke in das Training von Leichtathleten, Mountainbiker oder Fussballern», erzählt Erb. «Hin und wieder schaue ich mir auch etwas von den anderen ab», schmunzelt der Schwinger.

Aufschwung durch Wenger?

Zusammen mit Erb besuchen weitere Sporttalente die RS. Einer von ihnen ist der Schwingerkönig Kilian Wenger. Verhilft dem aufstrebenden Schwinger die Zusammenarbeit mit dem «König» zu einem eigenen Kranz? «Schwingen muss ich immer noch selber», erzählt Erb lachend. «Bisher hatten wir noch nicht wirklich die Gelegenheit, um miteinander zu trainieren. Wir haben uns erst etwas austauschen können.» Das Ziel des 1-Meter-90-Hünen ist selbst erklärend: «An einem ‹Eidgenössischen› teilnehmen und gewinnen.» Zusammen mit einem Schwingerkönig zu trainieren, ist da sicher förderlich und ab dem 3.Dezember, wenn alle Sportler in Magglingen einrücken, wird es sicher mehr Gelegenheiten geben, um mit dem grossen Kilian Wenger zu trainieren und von ihm zu profitieren.