Auf den unerwarteten Exploit in Englands Fussballmetropole folgt die brutale Bruchlandung auf dem Boden der Realität - beziehungsweise auf dem knöcheltiefen Rasen der Luzerner Swissporarena. Der FC Basel liegt geschlagen da, nachdem er sich zuvor 90 Minuten lang an taktisch makellos auftretenden Luzernern die Zähne ausgebissen hatte.

Der Spielverlauf: Tristesse in der Zentralschweiz

Ein kritischer Rasenzustand und taktisch klug agierende Luzerner ergeben in der Summe einen verzweifelden FC Basel und ein unterdurchschnittliches Fussballspiel. Offensivszenen sind im ersten Durchgang Mangelware. Nach Gvilians Treffer in der 46. Spielminute konzentrierte sich der FCL weiter darauf, die Basler mit einem kompakten Defensivverbund auszubremsen. Da dieser Plan grösstenteils aufging, musste sich der FCB in Halbzeit zwei mit einer einzigen Topchance begnügen. Ricky van Wolfswinkel, der seit dem 9. September auf ein Ligator für den FCB wartet, vergab diese kläglich. Aus zwei Metern prügelte er die Kugel aufs Dach der Swissporarena.

In der Folge vermochte der FCB seine Offensivbemühungen nicht mehr oft in nennenswerte Gelegenheiten umzumünzen, die Gastgeber hatten ihrerseits noch zweimal durch den eingewechselten Tomi Juric die Gelegenheit, den Sack zuzumachen. Der Australier scheiterte dabei jedoch einmal an sich selbst und einmal am Torpfosten. Als trostloser Abschluss der Partie folgte ein Platzverweis gegen Captain Marek Suchy, der damit gegen Lausanne fehlen wird. Am Ende gewinnt der FCL absolut verdient, weil er, im Gegensatz zu Raphael Wickys FC Basel, auf dem Rasen einen konkreten Matchplan umsetzt.

Der Beste: Die mitgereisten FCB-Fans

Der FC Basel enttäuschte in Luzern von ganz hinten (Vaclik) bis ganz vorne (van Wolfswinkel). Einen besten FCB-Spieler auszumachen? Schier unmöglich. Seit der Winterpause hat der Meister nun drei von vier Ligaspielen verloren, allesamt ohne selbst getroffen zu haben. Dazu kommt das Cup-Aus gegen YB und das zu erwartende Ausscheiden im Achtelfinal der Champions League. In Basel brennt der Baum. Trotzdem, oder gerade deshalb, füllen die FCB-Fans den Gästesektor einmal mehr, treiben ihre Mannschaft voran und sorgen während des Spiels für tolle Atmosphäre. Chapeau!

Was gab sonst noch zu reden? YB mit der Vorentscheidung im Meisterrennen

Als ob die Niederlage aus FCB-Sicht nicht schon genug bitter wäre, brachten auch die Parallelspiele dem FC Basel kein Glück. Die Young Boys setzten sich zuhause gegen GC mit 3:1 durch, nachdem es zur Pause noch 1:1 stand. Damit hat YB aktuell, bei zwei Spielen mehr, deutliche 17 Punkte Vorsprung angesammelt. Will der FCB die Hauptstädter noch abfangen, braucht es ein kleines Fussball-Wunder. Und ganz sicher keine Leistungen mehr, wie jene in Luzern.


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