«26 Stundenkilometer im Schnitt und bergab bis zu 70.» Sobald sich das Gespräch mit Tobias Fankhauser um seinen Sport, das Handbiken, dreht, beginnen die Augen des 21-Jährigen zu leuchten. Der junge Athlet hat in der Schweiz bereits alle Konkurrenz hinter sich gelassen und fährt sich auch nach und nach in den internationalen Rennen einen Namen. Diese Saison konnte Fankhauser erstmals mit dem Nationalteam an einer WM starten und gegen die besten Handbiker der Kategorie Tetraplegiker antreten.

«Ich bin mit Abstand einer der jüngsten Handbiker, die Teilnehmer sind meist zwischen 40 und 50. An der Weltmeisterschaft habe ich schnell gemerkt, dass mich die älteren Sportler im Startfeld nicht als ernsthafte Konkurrenz gesehen haben.» Doch das Talent aus Hölstein ist seinen Gegnern «um die Ohren gefahren». Mit einem achten Rang im Strassenrennen und im Zeitfahren legte der Baselbieter ein klares Zeichen für seine Zukunft – London 2012.

Tobias Fankhauser reist auf dem Handbike durch die Welt

Tobias Fankhauser

Die Handbike-Wettkämpfe finden in allen möglichen Ländern statt und so hat der Schüler bereits eine kleine Weltreise hinter sich «Es ist toll, so viel von der Welt zu sehen.» Mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche bereitet sich der Sportler auf die Rennen vor. «Da ich in der Schweiz kaum Trainingspartner in meiner Kategorie finde, arbeite ich mit Handbikern anderer Klassen zusammen.» Trainiert wird auf den Übungsstrecken in Nottwil oder der Strasse um den Sempachersee. «Man muss aufpassen, dass man von den Autos nicht übersehen wird», erklärt Fankhauser. «Aber ansonsten ist es kein gefährlicher Sport. Es gibt natürlich immer die, die übertreiben», fügt er mit einem Schmunzeln
hinzu.

Zurück aufs Bike

«Wäre der Unfall nicht gewesen, würde ich heute sicherlich nicht eine Sportkarriere anstreben.» Das Velounglück, welches den damals 14-jährigen querschnittlähmte, änderte sein Leben vollkommen. «Ich weiss, ich habe nichts falsch gemacht und mein Wunsch war es, wieder Velo fahren zu können.» Jetzt, sieben Jahre später, kurvt er wieder durch die Strassen – mit den Händen. Die Ziele sind neu gesetzt. «Ihr werdet noch von mir hören», meint der 21-Jährige zum Abschied und klar wird, dass hinter der ruhigen und zurückhaltenden Erscheinung von Tobias Fankhauser massenhaft Willenskraft steckt.