Laufsport

Auf den Spuren der schönen Schwedin - wie ein Stafettenlauf entsteht

Der Laufsport boomt: Für die zweite Sola Basel haben sich bereits heute dreimal so viele Teilnehmer angemeldet wie bei der Erstausgabe 2018. Ertappt.ch

Der Laufsport boomt: Für die zweite Sola Basel haben sich bereits heute dreimal so viele Teilnehmer angemeldet wie bei der Erstausgabe 2018. Ertappt.ch

Am 25. Mai 2019 findet die zweite SOLA Basel statt. Die Stafette mit einer speziellen Herkunft und einer Geschichte. Die Basler Austragung soll Gross und Klein, für Alt und Jung verbinden.

Es war einmal ein bildhübsches Mädchen in Schweden. Eva Lisa Holtz hiess die blonde Schönheit, die aus einer armen Bauernfamilie stammte und deshalb früh als Wirtshausmädchen zu arbeiten begann. Und die fleissige Kellnerin verdrehte den schwedischen Männern anfangs des 19. Jahrhunderts gleich reihenweise die Augen, bis diese den Verstand verloren und die Finger nicht von Eva Lisa lassen konnten.

Eva Lisa musste also von Wirtshaus zu Wirtshaus fliehen. Bis sie schliesslich in Karlstadt einen eigenen Gasthof übernahm. Und auch dort mit ihrem strahlenden Gemüt wieder die Männer in die Kneipe lockte. Eva Lisa wurde schnell als «Sola i Carlstad», als Sonne von Karlstadt, bekannt.

Die Geschichte der attraktiven Kellnerin, der in Karlstadt an der Uferpromenade sogar eine Statue und auf Wikipedia ein Eintrag gewidmet wurden, gefiel einigen schwedischen Studenten derart gut, dass sie ihren Stafettenlauf 1967 zu Ehren der Sonne von Karlstadt «SOLA» tauften. Der in 25 Teilstrecken unterteilte Lauf führte über 252.7 Kilometer von Göteborg nach Karlstadt.

Schweden-Zürich-Basel

Doch die schwedische Sonne begeisterte nicht nur die Schweden, sondern auch ein Zürcher Team, das 1972 an der Stafette teilnahm und den Lauf zwei Jahre später in der Heimat durchführte. Die Schweizer Erstaustragung der SOLA-Stafette führte von St. Gallen nach Zürich. Und letztes Jahr feierte die schwedische Sonne nun also auch in der Region Basel ihre Premiere. 1356 Läuferinnen und Läufer nahmen im vergangenen Juni an der ersten Basler SOLA teil und absolvierten die insgesamt rund 80 Kilometer in zehn Teilstrecken.

Und wie schon damals in Nordeuropa, kam die SOLA auch hier gut an. Für die zweite Austragung am 25. Mai haben sich schon dreimal so viele Läuferinnen und Läufer angemeldet wie zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr. «Wir sind sehr glücklich, dass der Lauf auch in der Region Basel so gut ankommt. Nie hätten wir gedacht, dass so viele Teams gemeinsam ins Ziel einlaufen und damit für eine solch tolle Stimmung sorgen würden», sagt SOLA-Basel-Präsident Gabriel Lombriser.

«Ein Lauf, der verbindet»

In Zürich ist die Stafette ein akademischer Anlass für Studenten-Teams. Gabriel Lombriser und sein Team wollen in Basel aber «einen Lauf, der verbindet», eine Veranstaltung für Gross und Klein, für Alt und Jung. So sind Ende Mai auch ein Nationalrats-Team unter der Leitung von Maya Graf, ein Landrats-Team mit Regierungsrat Anton Lauber und ein Grossrats-Team von Baschi Dürr am Start. Zusätzlich wird eine «Mini SOLA» für Kinder angeboten, bei der junge Laufbegeisterte Stafetten-Luft schnuppern können.

Der Lauf verbindet aber nicht nur die Stafetten-Teilnehmer, sondern auch vier Kantone – die beiden Basel, Aargau und Solothurn – und insgesamt zwanzig Gemeinden. Die Austragung 2019 führt über 81,8 Kilometer vom Park im Grünen in Münchenstein in zehn Etappen über Strassen, Feld- und Waldwege wieder zurück in den Park im Grünen. Die Strecken sind sehr abwechslungsreich. Gabriel Lombriser ist überzeugt: «Es hat für jedes Level von Läufer eine passende Teilstrecke.»

Bleibt zu hoffen, dass die SOLA Basel Ende Mai ihrem Namen gerecht wird und für die zweite Austragung der Stafette wieder strahlendes Wetter in die Region bringt. Das wäre sicher auch im Sinne der schönen Schwedin Eva Lisa Holtz.

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