Gebannt warten die Spielerinnen und Spieler auf das Ertönen der Glocke. Kaum bringt der Spielleiter diese zum Klingeln, hämmern die Spieler auf die Spieluhren – klack, klick, klack, klick – und dies mit hoher Geschwindigkeit. Nach einigen Sekunden folgt die Stille. Das Rattern in den Köpfen ist förmlich hörbar und die Startroutine ist der Konzentration gewichen. Die einen legen den Kopf in ihre Hände, andere sitzen in angespannter Haltung vor dem Brett und verschieben mehr oder minder zögerlich die Figuren.

Die Rede ist von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nordwestschweizer Schach Jugend Meisterschaft vom vergangenen Samstag in Therwil. Im «Treff 99» mass sich der U16- und U12-Nachwuchs der Region Basel. Gespielt wurden sieben Runden nach dem sogenannten Schweizer System. Allerdings waren die Spitzenspieler nicht mit von der Partie, da das Regionalkader zur gleichen Zeit in Magglingen trainiert. «Das Datum ist sicherlich unglücklich. Trotzdem sind wir mit zwölf Teilnehmern bei der U16 und deren 21 bei der U12 zufrieden», bilanziert Beat Spielmann, Juniorenobmann beim organisierenden Nordwestschweizer Schach Verband (NSV).

Magnus Carlsen als Vorbild

Der Schachsport wird in der Nordwestschweiz nach einer Durststrecke von mehreren Jahren wieder populärer. Dies auch dank den jüngsten Erfolgen des norwegischen Ausnahmekönners Magnus Carlsen, der mit nur gerade 18 Jahren den Weltmeistertitel gewann und seither als Nummer 1 der Welt geführt wird. «Er ist für viele ein Vorbild, einige kaufen sogar Bücher von ihm», so Spielmann, «Aber auch dank der Entwicklung einer kindergerechten Lernsoftware und von Computerprogrammen ist das Interesse gestiegen.»

Schach, ein Männersport?

Das Interesse scheint besonders bei den männlichen Jugendlichen um einiges grösser zu sein als bei ihren weiblichen Altersgenossen. In Therwil war in der U16 Kategorie mit Charlott Uhlmann nur ein Mädchen vertreten. «Das ist ein Phänomen. Es gibt Behauptungen, dass das logische Denken eher eine Männersache sei oder dass es tiefenpsychologische Erklärungen gibt. Bis heute konnte keine Studie das Thema abschliessend behandeln», sagt Spielmann.

Nichts mit Intelligenz zu tun

Wer glaubt, dass sich an solchen Anlässen nur Genies finden lassen, der irrt sich. Die Fähigkeit im Schachsport korreliert nicht mit der Höhe des Intelligenzquotienten: «Schach fördert aber das logische Denken und das Entwickeln von Strategien. Zudem lernt, man mit Anstand zu verlieren, sich konzentriert hinzusetzen und sich nicht ablenken zu lassen.» Ruhig und fokussiert waren sie alle – vom 16-jährigen Talent bis zum 8-jährigen Anfänger. Sich am besten durch die sieben Runden gespielt hat sich in der U16-Kategorie Antoine Toenz. Der Favorit vom SC Therwil entschied alle Spiele für sich und liess mit Max Lo Presti und Luca Hunziker zwei weitere Therwiler Talente hinter sich. Toenz startete bereits an den französischen Meisterschaften, wo er hervorragender 39. wurde. In der U12 distanzierte Maximilian Wehle die Konkurrenz.