Völlig ausser Atem kommt Damian Gräub in den Trainingskeller des Liestaler Rotacker-Schulhauses. Er habe noch Squash gespielt und sei deshalb etwas im Stress gewesen, berichtet der 13-Jährige seinem Trainer Beat Vollenweider. «Er wird heute wohl nicht viel treffen», meint Vollenweider schmunzelnd. Der 54-Jährige weiss, wovon er redet. Seit 30 Jahren ist er aktiver Bogenschütze, seit 25 Jahren Trainer bei den Bogenschützen beider Basel (BSBB). «Die wichtigsten Anforderungen sind Geduld, Ausdauer und Konzentration», erklärt Vollenweider. «Und Frust-Toleranz», ruft ein Teilnehmer aus dem Hintergrund.

Im Training mit den Bogenschützen beider Basel.

Im Training mit den Bogenschützen beider Basel

Man kann viel falsch machen beim Bogenschiessen. «Allein der Kopf kann zwanzig verschiedene Haltungen einnehmen», sagt Vollenweider. Jede davon beeinflusst die Flugbahn des Pfeils. Dasselbe gilt für Schultern, Arme und Zughand – eine komplexe Sportart. Deshalb verlieren viele junge Schützen bald einmal den Spass daran. «Die Fortschritte stellen sich nicht immer schnell ein», so der Trainer. Bei Damian, der dieses Jahr bei den BSBB angefangen hat, hält die Begeisterung noch an. «Bogenschiessen fördert die Konzentration», sagt der Teenager.

Über mangelnden Nachwuchs können sich die BSBB nicht beklagen – im Gegenteil. An den jährlichen Schnuppertag kommen jeweils 30 bis 40 Interessierte. Daraus wählen die Trainer zehn Personen aus, welche die Voraussetzungen fürs Bogenschiessen mitbringen. Ein richtiges Casting also. «Es ist nicht jeder geeignet zum Bogenschiessen. Schon der Körperbau muss stimmen», sagt Vollenweider.

Die Ausbildungsarbeit geht Vollenweider nicht aus. Der engagierte Baselbieter hat eine Erfolgsgeschichte fortzuführen. Allein in den letzten 15 Jahren haben die BSBB über 100 Medaillen an den Schweizer Meisterschaften gewonnen. Vielleicht holt auch Damian eines Tages Edelmetall. Aber dafür braucht es noch Training. Nach 50 Minuten trifft der frustrierte Schüler nichts mehr, verfehlt sogar die Tafel. «Jetzt ist es so weit», sagt Vollenweider mit einem gutmütigen Lächeln.