So richtig gefunkt, hat’s erst beim zweiten Flirt. Als sich die Swiss Open vor zehn Jahren für eine Aufnahme in den erlesenen Kreis von «SwissTopSport» beworben hatte, wurde der Antrag abgelehnt. «Wir waren damals zu wenig exklusiv», erinnert sich Christian Wackernagel, OK-Präsident der Swiss Open. Damals war es nobleren Sportarten wie Tennis (Swiss Indoors, Gstaad), Golf (European Masters Crans-Monatna) oder Reiten (CSI Zürich, CHI-W Genf) vorbehalten, in der Riege der nationalen Event-Elite mitzuspielen.

Auf Druck erweitert

Im Verlauf der Jahre wurde dieser illustre Kreis – auch auf Druck des Bundesamts für Sport – auf 22 Mitglieder erweitert. So zählen Weltklasse Zürich, Ruderwelt Luzern genauso dazu, wie der Engadiner Skimarathon oder die Lauberhornrennen in Wengen. Seit 2010 mischen auch die Swiss Open in der Champions League der Schweizer Sportanlässe mit. «Die Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme», sagt Wackernagel, «sind eine internationale Bedeutung innerhalb des Sports, eine ausgeprägte TV-Präsenz, sowie eine langjährige Tradition.» Diese Kriterien haben die Basler mehr als erfüllt. Allein in Asien erreichen die Live-Übertragungen aus der St. Jakobshalle bis zu 150 Millionen Haushalte.

Auch finanzieller Profit

Neben dem Imagegewinn profitieren Wackernagel & Co. vor allem auch finanziell von der Mitgliedschaft. Mit Swisslos als Partner von «SwissTopSport», kann seit drei Jahren auch auf die Swiss-Open-Partien gesetzt werden. Mit beachtlicher Resonanz. Im ersten Jahr hat sich die Beteiligung um 25 Prozent gesteigert, in diesem Jahr wird sogar eine Zunahme von 50 Prozent erwartet. Wie viel Geld effektiv in das Turnierkonto fliesst, kommentiert Wackernagel süffisant mit «dieser Betrag bleibt natürlich geheim.» Am Schmunzeln des Allschwilers, dürfte der Zustupf nicht ohne sein. «Aber man kann nie genug Geld haben, wir sind finanziell meist immer am Limit.»

In der Szene etabliert

Trotzdem. Die Swiss Open haben sich in der Schweizer Sportszene etabliert – und ist man einmal Mitglied, ist man auch auf Lebzeiten Teil dieser Gemeinschaft. «Wir gehören mittlerweile sogar zur Top Ten der Schweizer Szene», fügt Wackernagel an. Dies, weil Events wie der Engadiner Skimarathon für Wettanbieter weniger lukrativ sind.

Pro Jahr bewerben sich ein bis zwei Sportanlässe um eine Mitgliedschaft bei «SwissTopSport». Um die Exklusivität auch in Zukunft zu wahren, ist die Aufnahme schwieriger geworden. Das musste bereits der CSI Basel erfahren.