Basketball
Auf Playoff-Kurs: Starwings gewinnen Prestige-Derby

Das Birstaler Kombinat bezwingt den Aufsteiger Central Luzern mit 73:59 (43:33). Die «Wings» bleiben zumindest in der Deutschschweiz weiterhin das Mass aller Dinge.

Georges Küng
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Devonte Upson (rechts) greift nach dem Ball. (Symbolbild)

Devonte Upson (rechts) greift nach dem Ball. (Symbolbild)

Cyril Zingaro

Nach der Endsirene erhoben sich die gut 400 Zuschauer und spendeten den beiden Teams einen langen Applaus. Und für den Gastgeber gab es bei der Verabschiedung eine zusätzliche Akklamation, denn die Starwings zeigten phasenweise die wohl beste Saisonleistung. «Das war beste Basket-Werbung. Primär für die alemannische Schweiz», meinte Gabriel Gisler, der Liga-Direktor, welcher – als Romand - dem Prestige-Derby seine Reverenz erwiesen hatte.

Waren die ersten zehn Minuten aus Gastgeber-Sicht durchzogen, so zeigte die Equipe von Cheftrainer Roland Pavloski im zweiten Viertel – nahezu – perfektes Basketball. Stets vor Augen haltend, was mit dem zweitkleinsten Budget der Liga möglich ist (auch wenn Neuling Central tiefer stapelt...). «Dass wir nur neun Zähler zugelassen haben, spricht für unsere gute Defense. Und im Angriff wählten wir meist die richtige Option», zeigte sich Pavloski von der Phase zwischen der 11. und 20. Minute entzückt. Hier legten die Unterbaselbieter auch die Basis zum Erfolg.

Zeitweise lag Central, das heuer sehr euphorisch seine erste Nationalliga-A-Saison seit 15 Jahren in Angriff genommen hatte, mit 17 Zählern im Rückstand (49:66 nach 35 Minuten), bevor sich das Skore in den Schlussminuten wieder «einpendelte».

Ein Aargauer «explodierte»

Zum besten Starwings-Spieler wurde, man höre und staune, Philipp Sager aus Muhen gewählt. Der 22-jährige ETH-Student hatte vom Feld eine 100-prozentige (!) Wurfquote, holte sich fünf Rebounds (davon zwei in der Offensive) und verteidigte auch gegen Zarko Djuric (26, 203cm) superb. Der Kroate wurde als (neuer) Hoffnungsträger vom Aufsteiger in der Weihnachtspause verpflichtet und hatte gegen die Starwings generell, und speziell Sager, einen schweren Stand.

«Im Training geht Philipp zum Korb. Und punktet regelmässig. Auch gegen mich. Ich sagte ihm, er solle dies auch im Match tun». Der dies sagt, heisst Murphy Burnatowski, ist Topskorer der Starwings und vom Potenzial her mitunter einer der stärksten Profispieler der Nationalliga A. Oder anders gesagt: Der Kanadier erteilte dem «unbekannten Aargauer» sozusagen symbolisch die Basket-Absolution und «es war richtig, Philipp als besten Spieler auszuzeichnen».

Beim Sieger beeindruckte das Kollektiv und die Tatsache, dass die Schweizer Spieler (bis auf Sager allesamt Eigengewächse) Verantwortung übernahmen und nicht bloss Mitläufer waren. Ein Branislav Kostic (einziger Makel war seine 0/5-Bilanz der Dreipunktewürfe) spielte während 37 Minuten. Wenn dies kein Vertrauensbeweis von Trainer Pavloski.

Und dieser agierte auch schon mal mit einem Schweizer Quintett – welch ein Bild, das Profi-Trio Lorenza Ross (seine Explosivität ist etwas vom Besten, das die Nationalliga A zu bieten hat), Burnatowski und Devonte Upson (er neutralisierte den starken Central-Center und US-Profi Andre Stephens) vereint auf der Bank zu sehen.

Alleinunterhalter und Verlierer

Luzern weist in Richard Carter zwar den Liga-Topskorer in seinen Reihen auf. Der wirblige Amerikaner war auch – wie erwartet – bester Punktesammler der Partie. Doch 16 Fehlwürfe sind für ein Team, das weiterin an die Playoffs glaubt, schlicht zu viel. Und ob er, im Gegensatz zu Ross, zur Entwicklung und Förderung der Schweizer Spieler (die durchaus Qualitäten besitzen) beiträgt, darf hinterfragt werden.

Es ist im Basket kein Phänomen, sondern eher die Regel, dass der Topskorer meist bei Mannschaften spielt, die selten gewinnen und meist verlieren...

Mit diesem wichtigen Sieg rücken die Starwings auf Platz 7 vor. Und selbst Rang 6 ist nach der Hin- und Rückrunde, wenn gegen SAM Massagno ein Heimsieg mit mindestens fünf Punkten Vorsprung gelingt, keine Utopie. Und dies würde bedeuten, dass in der 3. (einfachen) Runde das Birstaler Kombinat erneut gegen die beiden Aufsteiger Luzern und Winterthur zuhause spielen könnte. Und in der Sporthalle Birsfelden hat in einem Wettkampfspiel letztmals vor 12 (!) Jahren eine Deutschschweizer Mannschaft gewonnen.

Matchtelegramm

Starwings – Central Luzern 73:59 (43:33).

Sporthalle Birsfelden. – 403 Zuschauer. – SR: Stojcev/Sani/Bovat.

Starwings: Ross (19), Kostic (2), Fuchs (15), Burnatowski (19), Upson (4); Sager (11), Verga (3), Malisanovic; Lutz, Wachsmuth.

Luzern: Carter (21), Güttinger (8), Plüss (11), Duric (9), Stephens (4); Stevanovic (2), Mandic (2), Tomic (2), Lushaj; Imgrüth, Wechsler.

Bemerkungen: Starwings ohne Duspara und Matter (beide verletzt). – Central ohne Domingos (verletzt) und Morandi (Uni-Prüfungen). – Viertelresultate: 19:24, 24:9 (43:33); 15:11 (58:44) und 15:15 (73:59. – Fouls: Starwings 12, Luzern 15. – Zu den besten Spielern wurden Sager und Ralph Güttinger (Ex-Starwings) gewählt.

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